bundestag Maschinisten der DemokratieSeite 4/4
„In den alten Wahlperioden waren die Texte kürzer“, sagt Möller. „Damals hat man sich aufs Wesentliche reduziert.“ Im Bundestagsarchiv, in einem Keller im alten Bonner Parlamentsviertel, lässt sich die Entwicklung noch weiter zurückverfolgen. Dort lagert – ganz hinten im Regal – eine Ausfertigung des Reichsgesetzblatts von 1890 bis 1933. Es füllt viereinhalb Regalbretter. „Den Platz kriegt man heute in einer Wahlperiode voll“, sagt Oberarchivar Günter Josef Weller. Bei ihm und seinen Kollegen wird jede Bundestagsdrucksache für die Nachwelt bewahrt. Hier enden die Papiere, die vor langer Zeit von Regierungshauptsekretär Dirk Kolter auf die Fließbänder der Politikfabrik gelegt wurden.
Es gibt ein zweites Ende. Im Hinterhof der Dorotheenstraße 97 in Berlin. Dort steht in einer Garage der zentrale Schredder des Bundestags: ein blaues Ungetüm mit einem Trichter, groß wie eine Kühlschranktür. Drinnen rumpelt und kracht und poltert es, hinten fliegen kleine Schnipsel in graue Säcke. Das war einmal der „Finanzplan des Bundes 2003–2007“.
- Datum 04.09.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 04.09.2003 Nr.37
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