Ausgerechnet Schäuble
Bernd Ulrich: "Präsidenten-Malefiz", ZEIT Nr. 37
Jetzt hat sich Johannes Rau - wohl nach sorgfältiger Analyse der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung - also entschieden, nicht mehr für eine zweite Amtsperiode als Bundespräsident zur Verfügung zu stehen. Und das ist gut so! Als weggelobter Ministerpräsident von NRW hat er sich diese Position in bester parteipolitischer Manier erkungelt und damit 1999 sich seinen politischen Lebenstraum dank Schröder erfüllt. Schön für ihn, dass er jetzt wieder Zeit für Skat, Bier und seine Familie hat - Gut für Deutschland, dass wieder Platz für eine visionäre politische Persönlichkeit an dieser Position frei geworden ist - Zeit, die Direktwahl des Bundespräsidenten auch in unserem Land einzuführen!
Kurt Kantner, Schwabering
Die Wahl wird so ausgehen, wie es die parteipolitische Zusammensetzung der Bundesversammlung erlaubt. Wäre es nicht ehrlicher, die Wahl in die Hände des Souveräns zurückzugeben, um auch im Falle des Staatsoberhauptes die demokratische Legitimation zu verbreitern?
Dr. Erhard Behrbalk Rodgau
Allmählich beginne ich an meiner ZEIT zu zweifeln. Zuerst will sie uns in Amerikas Irak-Krieg ziehen, und nun will sie uns den verbitterten Zyniker Schäuble als Präsidenten einreden. Ausgerechnet einer, der sich durch giftige Verbalattacken parteipolitisch hervortat, soll nun das versöhnlich-versöhnende Staatsoberhaupt sein?
Bob Borrink München
In den Ausführungen von Bernd Ulrich kommt Herzog zu Unrecht schlecht weg.
- Datum 18.09.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 39/2003
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