stromnetze Gefahr verkanntSeite 2/2

Die heutige Stromversorgung basiert auf der Annahme, dass es einen permanenten Nachfragesockel gibt. Rund 60 Prozent der Stromerzeugung stammt aus so genannten Grundlastkraftwerken, also Atom- und Braunkohlekraftwerken. Weil sie fast rund um die Uhr Elektrizität produzieren müssen, um rentabel zu sein, harmonieren diese in Monopolzeiten gebauten Blöcke schlecht mit der wetterabhängigen Einspeisung von Windstrom.

Indes bietet sich demnächst die Chance, das zu ändern. Nach Planungen der Stromkonzerne müssen zwischen 2010 und 2020 rund 40000 Megawatt Kraftwerkleistung ersetzt werden. Diesen Neubau, fordert Dena-Chef Kohler, „müssen wir für einen optimalen Kraftwerkmix nutzen“. Wie genau dieser Mix aussehen könnte, lässt die Dena gerade in einer umfassenden Studie untersuchen. Dabei ziehen übrigens, sagt Kohler, die Stromunternehmen, die Windbranche, die Kraftwerkbauer und die Zulieferindustrie an einem Strang.

Das Netz in Schuss zu halten und die Stromfabriken den neuen Zeiten anzupassen – beides erfordert die Kooperation der Branche. Auf Klagen seitens der Konzerne sollte die Politik indes gelassen reagieren, meint Kohler. Schließlich hätten sie schon einmal bewiesen, dass sie ihre Netze ausbauen und neuen Umständen anpassen können. Damals, in den siebziger und achtziger Jahren, als der deutsche Kraftwerkpark um 19 Atomkraftwerke bereichert wurde.

Verweigern sich allerdings die Netzbetreiber, werden sie sich eine Frage immer häufiger gefallen lassen müssen: Was machen sie eigentlich mit den hohen Netzgebühren?

 
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