bewerbung Wer war Simone de Beauvoir?Seite 3/3
Weder die Begabtenförderungen der Heinrich-Böll-Stiftung noch die der Friedrich-Ebert-Stiftung können einen Niveau-Absturz feststellen. „Unsere Bewerber sind ja schon durch die Professoren an der Universität fachlich ausgewählt“, sagt auch ein Vertreter der Auswahlkommission der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk.
Das Auswärtige Amt hat sogar den Eindruck, die vielen hundert Bewerber, die sich jedes Jahr um die Diplomaten-Ausbildung bemühen, würden besser. „Es ist schwer zu vergleichen. Aber eigentlich entsprechen sie unserem speziellen Anforderungsprofil immer besser“, sagt ein Prüfer. „Da es heutzutage mehr Austauschstipendien an den Unis gibt und bessere Möglichkeiten für Praktika in internationalen Einrichtungen, haben die Bewerber meistens viel mehr Auslandserfahrung als noch vor zehn Jahren.“
Reicht es bei den modernen Recherchemöglichkeiten nicht ohnehin aus, zu wissen, wo man etwas nachschlagen kann? „Nein“, sagt der Psychologe Hossiep. „Unsere Welt ist so komplex und kompliziert, da braucht man viel Wissen, um sich orientieren zu können. Wichtig ist eine solide Basis, um neu hinzukommendes Wissen einordnen und verankern zu können.“
Ob Studenten wirklich immer unwissender werden oder nicht – Klagen darüber gibt es seit mehr als 2000 Jahren. So resignierte schon Aristoteles: „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.“
- Datum 25.09.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 25.09.2003 Nr.40
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