Sie können sich mit einem 200-Euro-Schein eine Zigarre anzünden, Ihr Geld durch den Reißwolf drehen und die Schnipsel in der Fußgängerzone verstreuen oder die Banknoten auch einfach zu Hause horten – niemand darf Ihnen das verbieten.

Das Bargeld (und da hat sich beim Übergang von der Mark zum Euro nichts geändert) hat einen seltsamen Doppelcharakter: Einerseits ist es als das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel eine "öffentliche Einrichtung". Andererseits werden Sie, sobald die Geldscheine rechtmäßig in Ihren Besitz kommen, nicht nur ihr Nutzer, sondern auch ihr Eigentümer – und da greift der Paragraf 903 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, nach dem "der Eigentümer mit den ihm gehörenden Sachen grundsätzlich nach Belieben verfahren kann".

Sollten Sie nach einer übermütigen Vernichtungsaktion Reue empfinden, kann es Probleme geben: Zwar leistet die Bundesbank im Prinzip Ersatz, wenn mehr als die Hälfte eines Scheins übrig ist. Sie sagt aber auch: "Absichtlich beschädigte Euro-Banknoten werden nicht ersetzt." Christoph Drösser

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