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Übermäßige Surfer sind auch anfällig für Nikotin und Alkohol

Bisher sind in Deutschland nicht mehr als ein paar Dutzend Fälle möglicher Internet-Sucht in Therapieeinrichtungen aufgetaucht. Der Psychologe Matthias Jerusalem, der für die Studie der Berliner Humboldt-Universität verantwortlich war, spricht inzwischen lieber von „problematischem Internet-Verhalten“. Eine neue Auswertung der vor zwei Jahren erhobenen Daten habe gezeigt, dass übermäßige Surfer auch überdurchschnittlich depressiv, schüchtern, impulsiv und anfällig für Drogen wie Nikotin oder Alkohol sind. Jerusalem folgert daraus: „Es gibt kein eigenständiges Suchtprofil im Internet.“ Manchmal handele es sich bei der vermeintlichen Internet-Sucht wohl eher um ein vorgeschobenes „billiges Argument“, um stundenlanges Konsumieren von Pornos vor sich selbst und vor anderen zu entschuldigen, vermutet der Münchner Medienwissenschaftler Hans-Bernd Brosius. Er hat die Wirkung virtueller Erotikangebote erforscht und ist überzeugt: „Pornografie ist der Motor des Internet.“

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