gesellschaft Wie man in Deutschland geboren wirdSeite 9/9
Die Frauen vertrauten dem Arzt oder Büchern mehr als ihrer Intuition, sagt Gisela Käsler, seit 30 Jahren Schwester auf der Neugeborenenstation in Hamburg-Heidberg. „Viele Frauen haben ihr Körpergefühl verloren.“ Sie können nicht mehr das Kind an die Brust nehmen und es trinken lassen. „Das ging früher besser.“ Da hätten die Frauen schon einmal bei der Mutter oder Bekannten gesehen, wie man ein Kind anlegt, es wickelt. Heute ist der erste Säugling im Arm nicht selten das eigene Kind.
Der Höhepunkt der Schreizeit, hat Nicola Wolfram gelesen, sei nach sechs Wochen erreicht. Das ist bald geschafft. Kürzlich waren sie auf einer Hochzeit. Den ganzen Vormittag haben sie den ersten „Ausflug ins soziale Leben“ vorbereitet: Wann muss das Kind schlafen, um es dann zu stillen, damit man mit dem Auto zur Kirche fahren kann, um dann…?
Drei Babys waren in der Kirche. Zwei schrien. Charlotte schlief. „Ich fand“, sagt Stephan Wolfram, „wir haben das ganz gut gemacht.“
Hinweis: Vom Autor Martin Spiewak ist zum Thema das Buch Wie weit gehen wir für ein Kind? Im Labyrinth der Fortpflanzungsmedizin erschienen (Eichborn-Verlag, September 2002). Ein Auszug aus dem Buch
- Datum 02.10.2003 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | Auf einer Seite lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 02.10.2003 Nr.41
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






