Über Jörg Haider und dessen wetterabhängigen Populismus gibt es außerhalb Österreichs kaum Streit. Wenn also die ultrarechte FPÖ in Landtagswahlen - diesmal in Tirol (minus 11,6 Prozent) und Oberösterreich (minus 12,2) - mehr als halbiert wird, freuen sich die benachbarten Demokraten mit der Mehrheit der Österreicher. Vielleicht ist ja ein Selbstheilungsprozess im Gange. Der christdemokratische Kanzler Wolfgang Schüssel aber empfindet weniger Grund zum Jubeln.

Na schön, die regionalen Mehrheiten seiner Volkspartei blieben zwar unberührt. Aber zu dem peinlichen Debakel des ominösen Koalitionspartners kamen diesmal die sensationellen Zuwächse der Sozialdemokraten (Oberösterreich: plus 11,3) und Grünen (Tirol: plus 7,5). Mit beiden hatte er nach dem Wahlsieg 2002 verhandelt. Doch nur zum Schein, wie sich zeigte. Auch Parteifreunde sahen darin ein Zeichen für Schüssels zunehmende Metternichsche Selbstherrlichkeit. Der rot-grüne Erfolg könnte dafür die erste Quittung sein.