An diesem Freitag feiern die Deutschen wieder einmal ihre staatliche Einheit. Von der wirtschaftlichen aber sind sie noch weit entfernt. 14 Jahre nach dem Fall der Mauer verdienen die Ostdeutschen im Schnitt 30 Prozent weniger als ihre Landsleute im Westen der Republik. Das Statistische Bundesamt hat dies in seiner neuen Gehalts- und Lohnstrukturerhebung festgestellt.

Für die Untersuchung befragten die Forscher 27 000 Betriebe mit insgesamt 900 000 Beschäftigten aus dem gesamten Bundesgebiet. Demnach erhielten ostdeutsche Arbeitnehmer ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 2047 Euro im Monat. Ihre westdeutschen Kollegen kamen dagegen auf 2937 Euro. Wer glaubt, dass sich wenigstens der Abstand über die Jahre langsam verringere, sieht sich getäuscht. Bei der letzten Erhebung aus dem Jahr 1995 hatte die Differenz noch 29 Prozent betragen, sie hat sich also sogar noch leicht erhöht.