Sex mit Quittung.

Ein körperlich behinderter Holländer erfocht vor einem Gericht in Breda das Recht, von der Sozialkasse 125 Euro im Monat für Besuche bei einer Prostituierten erstattet zu bekommen: Die durch deren Dienstleistungen erwirkte Entspannung und Befriedigung körperlicher Bedürfnisse führe zu einer Verringerung seines Medikamentenverbrauchs von monatlichen 500 Euro. Der beiderseitig vorteilhafte Rechtsspruch lässt sich aber nicht so einfach verwirklichen. Die Sozialkasse will nur gegen Quittung die entstandenen Kosten rückerstatten. Belege sind im Sexgewerbe jedoch eher unüblich. Jetzt muss sich ein Gericht erneut mit dem Fall beschäftigen und darüber befinden, ob die Sozialkasse auch ohne Beleg erstattungspflichtig ist.

Sachsens Sauerbraten.

Das südwestsächsische Vogtland machte zuletzt 2002 von sich reden, als ein zäher Streit um die fachgerechte Zubereitung des original Vogtländer Sauerbratens das Amtsgericht Auerbach beschäftigte. Damals gewannn ausgerechnet ein Berliner(!) Koch einen Sauerbraten-Brat-Wettbewerb. Eine herbe Demütigung des Vogtlandes. Nun aber gerät die liebliche Gegend obendrein in den Verdacht, Heimstatt von Bombenlegern zu sein. Immerhin wurde der Mann, der den Anschlag auf den Dresdener Hauptbahnhof vor vier Monaten geplant haben soll, in Ellefeld/Vogtland festgenommen. Dortselbst ward auch sein Waffenarsenal beschlagnahmt. Ein Zusammenhang mit dem verlorenen Sauerbraten-Wettbewerb ist zwar nicht nachweisbar. Doch wirkte der trotzig-vogtländische Kommentar zum Berliner Kochsieg ("Den besten Sauerbraten kochen doch wir") schon damals nicht wie das letzte Wort. Jetzt weiß man: Die haben Bombenrezepte.

Bhutan ohne Sünde.

Das Königreich Bhutan könnte zum Jahresende das erste Land der Welt werden, in dem Rauchen komplett verboten ist - schon jetzt gilt der Tabak-Bann in 18 von 20 Distrikten. Rauchen, sagt der Leiter der staatlichen Kampagne Gado Tshering, sei eine Sünde. Mönche und religiöse Menschen würden niemals rauchen. Das isolierte buddhistische Land im Himalaya versucht nicht zum ersten Mal, das Qualmen zu verbieten. Schon 1729 verfügte der Mönch Namgyal, der Gründer des modernen Bhutan: Regierungsgebäude sind zum Regieren da - nicht zum Rauchen.