arbeitslosigkeit „Und was machst du so?“Seite 5/5
Heute fährt Holtkötter mit einem gebrauchten VW-Bus durch die Kleinstädte entlang der Elbe und verkauft das Obst von Bauern aus dem Alten Land. Seine Frau hat einen Hofladen aufgemacht, mit selbst gemachter Marmelade, Gewürzen und Suppen. Sie seien glücklich jetzt, sagt Elke Holtkötter; glücklich, dass das Leben unter neuen Voraussetzungen endlich weitergehe. „Ohne diesen Kurs wäre ich…“, wirft ihr Mann ein und stockt. „Da wäre ich vielleicht schon nicht mehr … nein, da darf man gar nicht drüber nachdenken.“
Angebote, die speziell auf die Probleme und Bedürfnisse von Langzeitarbeitslosen wie Holtkötter zugeschnitten sind, gibt es zu wenig. Das hat sich bisher auch durch die Hartz-Reform nicht geändert – im Gegenteil: Ein nicht geringer Teil der bestehenden Angebote wurde noch zusammengestrichen. Ein Hamburger Bildungsträger beispielsweise, der monatlich zwei Kurse für Langzeitarbeitslose mit mehreren Dutzend Teilnehmern anbot, betreut seit Juni überhaupt keine Langzeitarbeitslosen mehr, Anbietern in anderen Bundesländern ergeht es nicht besser. „Die Arbeitsämter müssen jetzt schnell Vermittlungszahlen nachweisen“, erklärt ein Arbeitsmarkt-Spezialist und Kollege von Michael Willkomm. „Langzeitarbeitslose stören dabei nur. Die werden jetzt einfach vergessen.“
* Name von der Redaktion geändert
- Datum 02.10.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 02.10.2003 Nr.41
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