Der Prozess um die Millionen-Abfindungen bei Mannesmann könnte teuer werden für die Deutsche Bank. In dem Verfahren am Landgericht Düsseldorf muss sich ihr Chef, Josef Ackermann, wegen "schwerer Untreue" verantworten. Wer die Kosten für seine Verteidigung übernimmt, ist unklar. Die Deutsche Bank erklärt dazu, sie wolle dazu nichts erklären. "Offenbar weiß die Bank, wie brisant das Thema ist", sagt Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Die Aktionärsvertreterin und andere Beobachter vermuten, dass sich das Finanzinstitut an Ackermanns Kosten beteiligt. "Dabei steht er nicht als Bankchef vor Gericht, sondern als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der Mannesmann AG", sagt Keitel. "Deshalb müsste er die Ausgaben korrekterweise selbst tragen."

Experten gehen davon aus, dass die Kosten für die Verteidigung des Spitzenmanagers bei einigen hunderttausend Euro liegen. Spezielle Versicherungen für Manager schließen die Haftung bei vorsätzlichen Taten meist aus - ob für Ackermann überhaupt so eine Absicherung besteht, wollte die Deutsche Bank ebenfalls nicht mitteilen. Unbestritten ist bisher nur, dass zumindest der Syndikus des Finanzhauses, Reinhard Marsch-Barner, "den größten Teil seiner Zeit" mit dem Fall Ackermann verbringt.