Glückwunsch, Deutschland! Zuletzt hatte es ja nicht mehr so geklappt mit dem Ranking. Ob Pisa (Bildung), OECD (Wirtschaft) oder beim Grand Prix Eurovision (Ralph Siegel) - egal was international verglichen wurde, Deutschland schnitt schlecht ab. Allemagne, zero points. Um so erfreulicher diese Nachricht: Im so genannten Korruptionsindex von Tranparency International, einer Art Rangliste des internationalen Klüngels, hat sich Deutschland um vier Plätze verbessert, von Rang 20 auf Rang 16. Germany, 7,7 points. Das heißt, die Welt hält uns heute für etwas weniger korrupt als noch vor zwei Jahren.

Nun gut, andere Länder stehen besser da. Finnland (9,7 Punkte), Island (9,6), Dänemark (9,5) gelten als so gut wie korruptionsfrei. Aber immerhin, die USA (7,5), Russland (2,7), Papua Neuguinea (2,1) und andere Bananenrepubliken haben wir für's Erste hinter uns gelassen. Ein schönes, ein ungewohntes Gefühl: Es geht aufwärts. Nur warum?

Schwerpunktstaatsanwaltschaften zur Verfolgung von Korruptionsdelikten lassen sich hierzulande noch immer an einer Hand abzählen. Auch die von Rot-Grün seit fünf Jahren versprochenen Gesetze zur Korruptionsvorbeugung - vor allem das längst überfällige Informationsfreiheitsgesetz - stehen bis heute nicht im Gesetzblatt. Selbst der Vorsitzende von Transparency in Deutschland räumt ein, die Frage, ob Korruption in Deutschland tatsächlich zu- oder abnimmt, sei "unter Fachleuten strittig". Strittig? Macht nichts. Hauptsache, das Ranking stimmt!