Die Bundesregierung will im nächsten Jahr mehr als 88 Millionen Euro für ihre Öffentlichkeitsarbeit ausgeben - fast zehn Millionen mehr als in diesem Jahr und so viel wie noch nie seit Gerhard Schröders Amtsantritt 1998. Das geht aus einer internen Haushaltsübersicht des Bundesfinanzministeriums hervor. Die größte Summe - 21,5 Millionen Euro - beansprucht Joschka Fischer für sein Auswärtiges Amt, knapp gefolgt von Wolfgang Clement, dessen Öffentlichkeitsarbeitern im Wirtschafts- und Arbeitsministerium 20,4 Millionen zur Verfügung stehen. An dritter Stelle der PR-Rangliste steht Hans Eichels Bundesfinanzministerium, das 9,7 Millionen Euro und damit mehr als doppelt so viel ausgeben will wie im laufenden Jahr. Der Grund für die Ausgabenfreude ist eines Kassenchefs würdig: Er will mit einer 4 Millionen Euro teuren Werbekampagne die schärfere Bekämpfung der Schwarzarbeit unterstützen und dem Volk "neues Unrechtsbewusstsein vermitteln". Der Kampf gegen Schwarzarbeit soll dem Fiskus zusätzlich 2,3 Milliarden Euro im Jahr bringen. Übrigens: Im Wahljahr 2002 hatte sich die Regierung ihre Öffentlichkeitsarbeit lediglich 75,6 Millionen Euro kosten lassen. Das waren 10,2 Millionen weniger als 1998, im letzten Amtsjahr der Regierung Helmut Kohl.