So viel Optimismus wie Rainer Hüther, Chef des Deutschen Sportfernsehens (DSF), hat schon lange kein TV-Manager mehr verbreitet. Er habe "viel Hoffnung, dass der Sender in den nächsten Monaten die Gewinnschwelle erreicht". Nicht nur, dass der seit zehn Jahren defizitäre Sender in dieser Saison die Sonntagsspiele der Ersten Fußballbundesliga überträgt und stärker wahrgenommen wird. Hüther ist vor einigen Wochen ganz unerwartet auch auf eine echte Erlösquelle gestoßen: das Call-in. Dabei blendet das DSF eine Telefonnummer in der Sendung Sportquiz ein. Wer anruft und in der Warteschleife landet, zahlt mindestens 45 Cent, wer durchkommt, kann etwas gewinnen. Sender wie Neun Live nutzen dieses Geschäft schon seit langem (anfangs von halb nackten Moderatorinnen präsentiert). Auch deshalb hat es den Sport-Manager überrascht, wie gut das Call-in beim DSF ankommt. Schon rechnet man damit, dass bei im Schnitt 150 000 Anrufen täglich (vergangene Woche waren es 190 000) ein zusätzlicher Umsatz von etwa 17 Millionen Euro zusammenkäme. Ein Drittel davon bliebe dem Sender als Ertrag und könnte die finanzielle Rettung bringen. Denn 2002 hatte das DSF bei einem Umsatz von 90 Millionen Euro einen Verlust von mehr als 5 Millionen Euro ausgewiesen. Die Gesellschafter (Karstadt, EM.TV und Privatmann Hans-Dieter Cleven) werden es gerne hören.