Ein "vorläufiges" Abkommen erlaubt amerikanischen Anti-Terror-Behörden seit März den Zugriff auf Daten europäischer Flugpassagiere. Dass der Datenschutz dabei "nicht immer zur Zufriedenheit der hiesigen Behörden" gewährleistet wird, wie es beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz heißt, kümmert die Transport Security Administration offenbar wenig. Sie treibt ihr Flugsicherheits-Programm CAPPS II weiter voran. Nach Informationen von Bürgerrechtsorganisationen könnten Passagierdaten schon ab Sommer 2004 mit anderen Datenbanken abgeglichen werden, etwa mit Einkommen und Familiengröße des Reisenden, Bankinformationen, ausstehenden Strafzetteln und Vorstrafen.

Das Programm teilt Passagiere dann in Gefahrenklassen ein und verwehrt einigen sogar den Zugang zum Flugzeug. Erste Versuche zu CAPPS II hatten in den USA bereits Proteste hervorgerufen. Die Fluggesellschaft Delta stoppte ihre Tests nach Boykottaufrufen. Konkurrent JetBlue ging sogar nach dem Geschmack der US-Behörden zu weit, denn die Airline stellte die Passagierdaten dem Datenbankbetreiber Torch Concepts zur Verfügung, der gerade ein eigenes Überwachungssystem prüft. Am Ende war alles über das Internet zugänglich. Jetzt ermitteln die Behörden wegen Verstoßes gegen den Datenschutz.