Die Ausfälle des französischen Regierungschefs Jean-Pierre Raffarin gegenüber der EU-Kommission machen keinen guten Eindruck. Kein Wunder, dass sich Finanzminister Francis Mer Anfang der Woche in Luxemburg gegenüber seinen europäischen Amtskollegen auch auffallend artig gab. Mer kam, erklärte - und überzeugte doch keinen außer Hans Eichel, der in ähnlicher Weise gegen die Spielregeln des EU-Stabilitätspakts verstößt. Immerhin traf der Franzose bei den Spaniern auf Verständnis: Frankreich sei, so der spanische Minister Rodrigo Rato, "gerade dabei, wichtige Strukturreformen vorzubereiten". Und dabei, so klang das, solle man das Land besser in Ruhe lassen. Jedenfalls bis November, wenn man sich wieder trifft, mit dem veröffentlichten, harten Verdikt der EU-Kommission in der Aktentasche.