Geschichtsträchtige Gene.

Schildkröten werden sehr alt. Dass sie sogar von Abenteuern berichten können, die Zehntausende von Jahren zurückliegen, ist dennoch bemerkenswert.

Amerikanische Forscher untersuchten Schildkröten auf der Galapagos-Insel Isabela, die vulkanischen Ursprungs ist. Dabei fiel ihnen auf, dass die Population Geochelone nigra vandenburghi eine auffallend geringe genetische Diversität aufwies. Offensichtlich stammen diese Tiere von einigen wenigen Exemplaren ab. Das führen die Forscher auf einen gigantischen Vulkanausbruch zurück - nur wenige Schildkröten auf der Insel schienen überlebt zu haben.

Aufgrund eines Erbgut-Vergleichs mit zugewanderten Schildkrötenpopulationen konnten die Wissenschaftler nun errechnen, dass sich die besagte Vulkaneruption vor 88 000 Jahren ereignet hatte (Science, Vol. 302, S. 75).

Die Spur der Fette.

Holzstücke und Knochen sind gesprächig: Untersucht man sie mithilfe der Radiokarbonmethode, verraten sie ihr Alter. Tongefäße sind verschlossener.

Nur indirekt ließ sich bislang ihr Alter bestimmen. Forscher der Universität Bristol haben die erste direkte Methode entwickelt, mit der Tonrelikte ihr Alter auch dann ausplaudern, wenn weder äußere Form und Beschaffenheit noch Vergleichsfunde eine Datierung ermöglichen. Sie zermahlten Proben von bis zu 6000 Jahre alten Töpfen. Daraus isolierten sie tierische Fette, die der poröse Ton einst aufgesogen hatte. Das Alter dieser Lipide konnten sie mit der Radiokarbonmethode bestimmen (Analytical Chemistry, Vol. 75, S. 5037).