Kein Verlag in Europa gibt mehr Zeitschriften heraus als die Hamburger Gruner + Jahr AG mit ihren über 120 Titeln. Unter ihnen so bekannte Blätter wie das Magazin stern, die Frauenzeitschrift Brigitte, das Reportagemagazin Geo. oder schöner essen. Mehr als 11 000 Angestellte arbeiten für das Haus, zusammen haben sie zuletzt gut 2,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Dabei erzielt Gruner + Jahr 63 Prozent seiner Erlöse außerhalb Deutschlands.

Besonders wichtig sind für den Verlag die Vereinigten Staaten, wo die G + J USA Publishing Company mit Sitz in New York und Boston Titel wie das Wirtschaftsmagazin Fast Company oder das Teenager-Blatt YM herausgibt. Die französische Verlagstochter Prisma Presse wiederum ist das zweitgrößte Zeitschriftenhaus Frankreichs. Daneben gibt Gruner + Jahr diverse Zeitschriften und Zeitungen in Spanien, Polen, Österreich, Russland, Ungarn, Rumänien, Serbien und Montenegro, China, Italien, Tschechien, den Niederlanden und in der Slowakei heraus.

Zum 1. Oktober hat das Unternehmen einen neuen Konzernbereich für die Wirtschaftspresse geschaffen. Dort werden nun Titel wie Capital, Impulse, Börse Online und die Financial Times Deutschland (FTD) geführt, aber auch internationale Wirtschaftstitel koordiniert. Mit Ausnahme der FTD ist der Verkauf des Zeitungsgeschäfts (etwa der Sächsischen Zeitung) beschlossene Sache.

Das Unternehmen wurde 1965 vom Druckereibesitzer Richard Gruner sowie den Verlegern John Jahr und Gerd Bucerius gegründet. Heute gehören 74,9 Prozent der Anteile dem Medienkonzern Bertelsmann. Die übrigen 25,1 Prozent hält die Familie Jahr.