die zeit: Sie sind mit 18 Jahren Mitglied des Europäischen Jugendparlaments, das Ende Oktober in Tallinn tagt. Wie haben Sie denn das geschafft?

Andreas Hoppe: Es gibt einen Wettbewerb um die deutschen Plätze, den ein gemeinnütziger Verein organisiert. Einige Mitschüler vom Gymnasium Grootmoor in Hamburg und ich haben dafür eine Resolution auf Englisch erarbeitet. Die zehn Schulen mit den besten Texten wurden zur zweiten Runde eingeladen. In einer gemeinsamen Debatte haben wir unsere Resolution dann verteidigt. Und am Ende hat eine Jury entschieden: Ihr habt gut diskutiert, ihr dürft nach Tallinn fahren.

zeit: Das hört sich nach ziemlich viel Arbeit an.

Hoppe: Ja, aber es macht auch richtig viel Spaß. Wir haben uns fast ein Jahr lang jeden Freitag nach der Schule getroffen. Manchmal war auch unser Lehrer dabei. Aber eine bessere Note haben wir nicht bekommen.

zeit: Ihre Schule stellt in Tallinn eine Delegation aus zehn Leuten. Gelten Sie auf dem Pausenhof jetzt als abgefahrene Europa-Freaks?

Hoppe: Natürlich sagen viele auch an meiner Schule: Lass mich doch mit Europa und Politik in Ruhe! Die meisten fanden unser Engagement aber gut. Es gibt viel weniger politikverdrossene Jugendliche, als man denkt.

zeit: Welche Aufgaben haben Sie als Juniorabgeordneter?