computer Programmierer aller Länder vereinigt Euch!
Die Online-Gemeinde rebelliert gegen das Prinzip Microsoft. Frei verfügbare Software wie Linux überzeugt jetzt sogar Betriebe und Behörden
Jahrelang waren nur die Freaks begeistert. Sie saßen, über den gesamten Globus verstreut, an ihren Computern und programmierten, kritisierten, diskutierten via Internet. Der Rest der Welt ahnte nicht, was da im Netz entstand: auf den ersten Blick nur eine Software. Tatsächlich aber kreierte die frei denkende Online-Gemeinde ein Gegenmodell zu Microsoft, dem größten und mächtigsten Software-Haus auf der Welt.
Seine Schöpfer glauben daran, dass nicht Geheimniskrämerei, Dominanz und schnöder Mammon, sondern Offenheit und der freie Wettbewerb von Ideen wahren Fortschritt bringt; und zwar für alle, weil die Verbreitung von Wissen nicht mehr kontrolliert und schon gar nicht reglementiert werden kann.
Die Zahl derer, die darauf setzen, wächst; neuerdings sogar rasant. Sie sitzen nicht mehr nur in den Universitäten, sondern in Unternehmen und Ämtern. Fast täglich konvertiert inzwischen eine Firma oder Behörde zu den neuen Prinzipien – und rüstet ihre Rechner um. Denn der Kern der neuen Bewegung ist nicht nur ein Glaubensbekenntnis, sondern eine neue Computertechnik; genauer: ein Betriebssystem, das unter dem Namen Linux Furore macht. Diese Gattung von Software ist so bedeutend, weil sie als Kommandozentrale in jedem Computer fungiert. Wer dort regiert, hat das Sagen und kann sich fürstlich bezahlen lassen.
Zum (fast) alleinherrschenden Software-König mit reich gefüllter Schatulle avancierte Bill Gates, der Gründer von Microsoft. Sein Betriebssystem Windows steckt in den meisten Heim-PCs. Dabei half ihm seinerzeit der Rechnerriese IBM, der die Software des jungen Programmierers mit der eigenen Hardware kombinierte. Wichtiger noch: Bill Gates konnte auch jede Menge Betriebe erobern. Schon früh zeigte sich, wo seine Antriebskräfte liegen.
Bereits 1976 hatte Gates in einem offenen Brief an die Programmierer-Gemeinde die These vertreten, dass der Fortschritt der Software-Entwicklung an deren Kommerzialisierung gebunden sei. „Warum“, so fragte er, „sollen professionelle Programmierer eine Leistung vollbringen, für die sie kein Geld erhalten?“ Damals war es innerhalb der Softwerker-Gilde, die sich an den Unis tummelte, üblich, sich den freien Zugang zu den Strickmustern ihrer Programme zu erlauben, um sich gegenseitig zu inspirieren. Schließlich konnte sie öffentlich finanzierte Computer für ihre Arbeit nutzen, deren Ergebnisse deshalb auch wieder öffentlich sein sollten.
Gates setzte sich darüber hinweg. Er weigerte sich, das Strickmuster, also den Quellcode seiner Programme, preiszugeben. Er nutzte den Code vielmehr, um seinen Anspruch durchzusetzen. So konnte er die Kontrolle über seine Software behalten, sie als geistiges Eigentum deklarieren. Gates verlangte für Kopien Geld und machte unmissverständlich klar, dass sich jeder strafbar mache, der seinen Regeln nicht folgte. Das war der Anfang der Ökonomisierung in der Software-Welt.
Einen störte das ganz besonders: Richard M. Stallman. Der heute 50-Jährige gilt als eigenwilliger Guru der kreativen Programmierer-Gemeinde im Netz. Jedenfalls spielt er diese Rolle gern. Nach einem zweistündigen, frei gehaltenen, exzellenten Vortrag streift er sich schon mal ein langes Gewand über und setzt sich ein Teil aus der Festplatte als Heiligenschein auf den Kopf. Manchmal beliebt er zu scherzen.
Stallman gründete 1985 in den USA die Free Software Foundation, die inzwischen auch einen europäischen Ableger hat. Er war damals Software-Entwickler am Massachusetts Institute of Technology. Sein Ziel: Er wollte den aufkeimenden Besitzansprüchen etwas entgegensetzen und mit anderen zusammen ein freies Betriebssystem entwickeln. Jeder sollte es ungehindert nutzen, kopieren, verändern und weitergeben dürfen. Das schrieb er in der General Public License (GPL) fest, nach der die beliebige Verwertung erlaubt ist, vorausgesetzt, dass Weiterentwicklungen ebenfalls frei verwertbar bleiben, sobald sie veröffentlicht werden. Eine geniale Idee, wie sich herausstellen sollte.
Stallman trieb mehr als nur der Gedanke an die Technik. Sein Credo: „Der fundamentale Akt von Freundschaft unter denkenden Wesen besteht darin, einander etwas beizubringen und Wissen gemeinsam zu nutzen. Dieser gute Wille, die Bereitschaft, unserem Nächsten zu helfen, ist genau das, was die Gesellschaft zusammenhält und was sie lebenswert macht.“ Jede Politik oder jedes Rechtssystem, das diese Art der Kooperation verurteile oder verbiete, verseuche die wichtigste Ressource der Gesellschaft.
Das alles sei „reiner Kommunismus“, schimpft Gates, der mit seinen heute 48 Jahren zur gleichen Generation wie Stallman zählt. Zunächst nahm er ihn nicht ernst, glaubte nicht, dass Stallmans Ideen für das eigene Geschäftsmodell gefährlich werden könnten. Doch schließlich begann die freie Software die Spielregeln auf dem Markt zu verändern. Das allerdings nicht, weil sie nur verschenkt wird. Ein weit verbreiteter Irrtum: Frei heißt nicht kostenlos. Man solle „mehr an Freiheit als an Freibier denken“, sagt Stallman. Es sei nichts Schlechtes dabei, Software zu verkaufen, aber sie müsse frei bleiben, denn: „Wenn jedermann ein Programm benutzt, das geheim ist und von einer einzigen Firma kontrolliert wird, ist das keine Entwicklung, es ist elektronische Kolonialisierung.“
Die Idee kam an, zum Beispiel bei Linus Torvalds. Der Finne sorgte für den entscheidenden Auftrieb. Als Youngster in der Freiheitsbewegung hatte Torvalds ausgerechnet jenen Teil eines Betriebssystems programmiert, der Stallman und seiner Gruppe noch fehlte. Er nannte ihn Linux, eine Kombination aus Linus und Unix, einem der wenigen Betriebssysteme, das schon seit vielen Jahren mit Microsoft konkurriert. 1991 stellte Torvalds sein Werk ins Netz und bat um Mithilfe der dort aktiven Programmier. Darauf konnte er nur zählen, weil er seine Software den Regeln von Stallmans GLP unterwarf.
Der PC mit Microsofts Technik feierte gerade seinen zehnten Geburtstag. Doch Torvalds, damals 21 Jahre alt, dachte gar nicht dran, so reich oder mächtig wie Bill Gates zu werden. Dennoch machte er Karriere, aber eine ganz anderer Art als Gates: Er kassierte kein Geld für Lizenzen, bestimmt aber bis heute, welche Änderungen aus der weltweiten Community für seinen Programmteil übernommen werden, damit das Betriebssystem immer besser wird. Torvalds genießt volles Vertrauen unter den Programmierern, weil er selbst glaubwürdig blieb.
Er ist davon übezeugt, dass es eine Art von Passion ist, die Menschen motiviert: Spaß haben und stolz sein können auf die eigene Leistung. Und mit den weltbesten Programmierern arbeiten zu können und nicht nur mit jenen, die zufällig bei einem Konzern angestellt sind. Torvalds: „Wenn zehn Leute täglich jeweils eine Stunde für das Projekt arbeiten und das Ergebnis teilen, dann bekommt jeder neun Stunden heraus. Das macht Linux so gut: Die Arbeit, die man hineinsteckt, vervielfacht sich.“ Und: Es gibt eine automatische Qualitätskontrolle, weil alles ständig unter Beobachtung steht.
An einem Chefposten war Torvalds nie interessiert. Sein Geld verdiente er lange Jahre als angestellter Programmierer. Inzwischen widmet er sich hauptsächlich wieder der Weiterentwicklung von Linux. Auch für ihn ist nicht ausgeschlossen, dass jemand damit Geld verdient. „Jeder darf aus Linux so viel Kapital schlagen, wie er will. Es geht lediglich darum, das System offen und demokratisch zu halten“, sagt Torvalds. Profite mit frei zugänglicher Software? Ja. Das Modell: Auch Wasser ist ein freies Gut. Doch wer es abfüllt und es dort in einer Form zur Verfügung stellt, wo es gebraucht wird, kann daran verdienen.
Längst ist auch die Wirtschaft vom Linux-Fieber infiziert. Immer mehr Konzerne erkennen das Potenzial der freien Software. Deren Experten nennen sie allerdings Open Source, ein Begriff, der in der Phase der New Economy entstand und sich besser vermarkten ließ. High-Tech-Konzerne wie Intel, IBM, Sun oder Hewlett-Packard investieren Milliarden in die neue Technik. Große Software-Häuser wie SAP oder Oracle passen ihre Programme an. Und kleine Firmen wie die deutsche Suse oder der amerikanische Anbieter Red Hat haben sich darauf spezialisiert, rund um Linux einen Service zu offerieren, ohne den fast niemand auskommt, der sich von Microsoft emanzipieren möchte.
So gibt es für den Heimcomputer entweder online oder auf CD inzwischen Software-Pakete, die es dem Nutzer einfacher machen, die neue Technik in Gang zu setzen und zu nutzen. Für diese Dienstleistung zahlt er dann beispielsweise bei Suse 50 Euro – Office-Programm, Browser, EMail und vieles mehr inklusive. Zwar könnte er sich auch alles einzeln und gratis aus dem Netz herunterladen. Doch ganz normale Menschen scheitern in der Regel daran, alles richtig zu installieren.
Wissen, was im Verborgenen läuft
Geht es um den Einsatz in Unternehmen, bieten die so genannten Linux-Distributoren ihre große Palette von Beratungs-, Trainings- und Wartungsdiensten an. Denn auch die Profis in den Betrieben brauchen Unterstützung, wenn sie ihre Systeme umstellen wollen. Sie schätzen vor allem, dass es so zuverlässig läuft. Wolfgang Schek von der Lufthansa Systems ist voll des Lobes. „Die in unserem Rechenzentrum gesammelten Erfahrungen mit Linux sind durchweg positiv“, schreibt er in einem Artikel für das Fachblatt Computerwoche. Die Stabilität und Leistung seien sehr gut, und im Vergleich zu Unix- und Windows-Rechnern verzeichne Linux eine deutlich geringere Ausfallrate. Gäbe es dann doch mal Probleme, „finden sich im Internet oder mit Hilfe der immer sehr engagierten Linux-Community rasch Lösungen“.
Bis 2007, so schätzt das Marktforschungsunternehmen Soreon, wird jedes vierte Unternehmen Open-Source-Software einsetzen. Die Entscheidung, Microsoft und Co den Rücken zu kehren, würde von ihnen vor allem mit dem Sparpotenzial, der Sicherheit und Stabilität begründet. Hauke Kröger von der IT-Beratungsgesellschaft Avinci machte die Erfahrung: „Die Verantwortlichen in den Unternehmen schätzen, dass bei der Open-Source-Software nichts im Verborgenen abläuft.“ Im Übrigen ist er davon überzeugt, dass sich Linux auch im Privatbereich verbreiten wird.
„Was in den Tiefen des Systems geschieht“, will auch Rolf Schuster gern wissen. Er ist der IT-Stratege des Auswärtigen Amtes. So kommunizieren die 217 Botschaften inzwischen in einem Netzverbund auf der Basis von Linux, „weil der Quellcode offen gelegt ist“. Auch andere Behörden haben längst umgeschaltet. Wie ein Paukenschlag wirkte Ende Mai die Entscheidung der Stadt München, Microsoft einen Korb zu geben. Dabei war Microsoft-Chef Steve Ballmer extra aus seinem Urlaub angereist, um den Stadtrat noch umzustimmen – vergebens. Auch die Bundestagsverwaltung hat sich längst dazu entschlossen, auf Linux zu setzen. Jüngst verkündete die Polizei in Niedersachsen diesen Schritt.
Alle profitieren von einem Rahmenvertrag, den Bundesinnenminister Otto Schily Mitte 2002 mit dem Computerriesen IBM abgeschlossen hat. Dessen Zweck: günstige Computer unter Open-Source-Software für Bund, Länder und Gemeinden. Schily will Vielfalt statt der „wirtschaftlichen Abhängigkeit von einzelnen Herstellern“ – und mehr Sicherheit. „Software-Monokulturen haben sich oft als problematisch erwiesen“, sagt der Minister. Mehr als 400 Behörden sind der Kooperation inzwischen beigetreten.
Auf einem Siegeszug ist die neue Bewegung auch im Rest der Welt: China sieht die Chance, sich von westlicher Technologie erst gar nicht abhängig zu machen. Auch die Regierungen von Südkorea, Malaysia und Indien sprachen sich bereits für Open Source aus. IBM konnte Russland und Großbritannien für sich und die Linux-Bewegung gewinnen. „Damit unterstützen nun über 175 Regierungen und über 20 US-Bundesstaaten das quelloffene Betriebssystem“, verkündete das Unternehmen jüngst.
Das alles müsste auch Stallman freuen. Doch inzwischen sorgt er sich, „auf welche Weise die Kommerzialisierung unsere Freiheit beeinflussen wird“. Den Anhänger der reinen Lehre muss einfach stören, dass Anbieter freie Software mit Programmteilen kombinieren, deren Nutzungsrechte eingeschränkt sind – damit die Konkurrenz davon nicht profitieren kann. Noch scheinen Besitzstandsdenken und Kommerz unzertrennlich.
Zündstoff bergen auch jene Fälle, in denen sich angestellte Programmier in der freien und in der geschlossenen Welt zugleich tummeln, wie beispielsweise beim Computerkonzern Sun. OpenOffice.org und StarOffice sind zwei Varianten einer Büro-Software, die es mit Microsofts Produkten durchaus aufnehmen kann. An Open Office arbeiten Programmierer von Sun gemeinsam mit denen aus der Community. Das Programm ist frei in seinen Nutzungsrechten und gratis im Netz zu haben; StarOffice wird hingegen für 90 Euro samt Handbuch und einigen Zusatzfunktionen von Sun vermarktet. Vor allem Geschäftskunden sind bereit zu zahlen, weil sie der Gewährleistung und Zuverlässigkeit eines großen Anbieters offensichtlich noch mehr vertrauen als einer virtuellen Gemeinschaft, die sich freiwillig zusammenraufen muss und bei der nie klar ist, wann sie fertig wird.
Funktioniert aber das ständige Geben und Nehmen, oder nutzen die Konzerne die Leistungen der Community nur aus, um ihre Geschäfte zu machen? Eine heiß diskutierte Frage, welche die Anhänger der reinen Lehre spaltet. Bei Sun ist man traurig darüber, wenn wieder einmal der Vorwurf des Schmarotzertums hochkommt. „Das empfinden wir als ungerecht“, sagt einer der Programmierer dort. Ihn tröstet, dass von etlichen auch durchaus anerkannt wird, was Sun für die Entwicklung freier Software leistet: Das jedenfalls ginge aus ihren Mails hervor.
Keine Frage: Ohne das Engagement der großen Konzerne wäre Linux noch ein Nischenprodukt. Und im Großen und Ganzen scheint die ungewöhnliche Kooperation zu klappen. „Europa verfügt über eine der stärksten Entwicklergemeinden freier Software, und viele maßgebliche Projekte der letzten Zeit nahmen hier ihren Ursprung“, sagt Georg C. F. Greve, der Präsident der Free Software Foundation Europe.
Gleichwohl geht es oft hoch her. Die Community ist nämlich „eine diskutierfreudige Mischung aus 68er-Generation und einem Kleingärtnerverein“, sagt Stefan Wintermeyer. Er selbst ist geschäftsführender Unternehmer der OTRS GmbH und überzeugter Open Sourcer. Wintermeyer ist einer der Erfinder eines Trouble Ticket Systems, einer Software, die Anrufe, Faxe und E-Mails intelligent managen kann. „Weil unsere Quellcodes für jeden zugänglich sind, arbeiten ständig Hunderte Programmierer weltweit an der technischen Weiterentwicklung und bringen so die Software stets auf den neuesten Stand“, erklärt Wintermeyer den großen Vorteil gegenüber anderen, geschlossenen Systemen. Und: Sein Programm gibt es gratis im Netz. Nur wer „Support oder Consulting“ braucht, also einen Service drum herum, muss dafür zahlen. Allerdings fährt auch Wintermeyer zweigleisig, weil es Kunden gibt, die sein Programm in eigene Software integrieren und verkaufen, aber nicht unter die strenge Stallman-Lizenz stellen wollen. Diese Version der Software kostet extra. Insgesamt sei OTRS bereits in Tausenden von kleinen und größeren Unternehmen und Organisationen im Einsatz, so auch bei General Motors und bei der Nasa.
Hoffen, dass die Attacken scheitern
Ein nachhaltiges Geschäftsmodell, in dem sich Ökonomie und Philosophie am Ende vertragen? Es könnte klappen, gäbe es nicht schon wieder eine neue Gegenbewegung. Die kleine amerikanische Firma SCO hat dem Computerriesen IBM eine Milliardenklage angehängt, weil der angeblich geschützte Codes an die Linux-Gemeinde weitergegeben haben soll. Ein bizarrer Streit, den selbst Experten kaum noch überblicken. Womöglich wird er sich über Jahre hinziehen. Die Linux-Gemeinde in und außerhalb der Unternehmen reagiert gelassen, bislang jedenfalls.
Ein Sturm des Protestes fegte jüngst hingegen durchs EU-Parlament. Das sollte vergangenen Monat eine Richtlinie durchwinken, welche die Patentierbarkeit von Software regelt. Die Linux-Fans sehen darin einen Generalangriff, weil die Erteilung von Patenten ihrer Idee von freier Software ganz und gar widerspricht. Sie wäre über kurz oder lang praktisch tot. Denn den freien Programmierern und denen der kleinen und mittleren Firmen mangelt es an Zeit und Geld, umfangreiche Patentrecherchen anzustellen, um nicht in eine Falle zu tappen.
Die Parlamentarier in Brüssel ließen sich überzeugen. Sie modifizierten die Richtlinie so, dass jetzt zwar nicht alle, aber etliche Patentgegner damit leben können. Allerdings: Noch muss diese Fassung weitere Stationen der Gesetzgebung durchlaufen. Die Gemeinde hofft.
Auch Linus Torvalds machte gar keinen Hehl aus seiner Haltung: „Patente funktionieren bei ingenieurmäßigen Entwicklungen, aber nicht in der Wissenschaft. Software-Patente sind genauso lächerlich wie Patente auf mathematische Formeln.“ Bei Microsoft sieht man das, natürlich, anders. Open Source betrachtet dessen Chef Steve Ballmer inzwischen als „Krebsgeschwür“. Und das gefährdet die Dominanz des Konzerns, die – bis jetzt noch – einen Umsatz von stattlichen 32 Milliarden Dollar einbringt.
Stallman missioniert derweil munter weiter. Er verdient sein Geld hauptsächlich mit Vorträgen, für die er viel reisen muss. Im Prinzip mache ihm das Spaß, sagt er, das einzige Problem sei nur, dass er nicht dazu käme, „einen Tanzkurs zu besuchen“. Wie schade – besonders für Bill Gates.
- Datum 23.10.2003 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle (c) DIE ZEIT 23.10.2003 Nr.44
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:



