computer Programmierer aller Länder vereinigt Euch!Seite 5/5
Ein Sturm des Protestes fegte jüngst hingegen durchs EU-Parlament. Das sollte vergangenen Monat eine Richtlinie durchwinken, welche die Patentierbarkeit von Software regelt. Die Linux-Fans sehen darin einen Generalangriff, weil die Erteilung von Patenten ihrer Idee von freier Software ganz und gar widerspricht. Sie wäre über kurz oder lang praktisch tot. Denn den freien Programmierern und denen der kleinen und mittleren Firmen mangelt es an Zeit und Geld, umfangreiche Patentrecherchen anzustellen, um nicht in eine Falle zu tappen.
Die Parlamentarier in Brüssel ließen sich überzeugen. Sie modifizierten die Richtlinie so, dass jetzt zwar nicht alle, aber etliche Patentgegner damit leben können. Allerdings: Noch muss diese Fassung weitere Stationen der Gesetzgebung durchlaufen. Die Gemeinde hofft.
Auch Linus Torvalds machte gar keinen Hehl aus seiner Haltung: „Patente funktionieren bei ingenieurmäßigen Entwicklungen, aber nicht in der Wissenschaft. Software-Patente sind genauso lächerlich wie Patente auf mathematische Formeln.“ Bei Microsoft sieht man das, natürlich, anders. Open Source betrachtet dessen Chef Steve Ballmer inzwischen als „Krebsgeschwür“. Und das gefährdet die Dominanz des Konzerns, die – bis jetzt noch – einen Umsatz von stattlichen 32 Milliarden Dollar einbringt.
Stallman missioniert derweil munter weiter. Er verdient sein Geld hauptsächlich mit Vorträgen, für die er viel reisen muss. Im Prinzip mache ihm das Spaß, sagt er, das einzige Problem sei nur, dass er nicht dazu käme, „einen Tanzkurs zu besuchen“. Wie schade – besonders für Bill Gates.
- Datum 23.10.2003 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 23.10.2003 Nr.44
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