Denkmal Die Weisen von GlogauSeite 4/4

„Wir danken dem Heimatbund“, sagt der Stadtpräsident zur Eröffnung, „dass er das Risiko eingegangen ist, all diese Schätze hierher zu bringen. Ich hoffe, dass dies eine ständige deutsche Ausstellung bleibt!“ Vielleicht wird es so kommen. Die alten Glogauer haben erst einmal Abschied genommen von ihren Schätzen.

Glogau aber bleibt aufgehoben in G¬ogów: An diesem 10. Oktober entdecken die deutschen Besucher, dass eine Brachfläche mitten in der immer noch vom Krieg zernarbten Stadt verschwunden ist. An ihrer Stelle breitet sich nun ein rötlich schimmerndes Plateau von Backsteinen aus, niedrige Mauern rahmen Sitzflächen und Figurationen ein. Die Anlage bildet die Grundrisse der 1945 zerstörten, 1963 gesprengten evangelischen Kirche Schifflein Christi nach. Obwohl es kaum noch 200 Protestanten in G¬ogów gibt, erinnern die heutigen Stadtväter damit an die einstige evangelische Gemeinde, die von der Reformation bis 1945 das Leben Glogaus weitgehend prägte.

Glogau und G¬ogów lehren, dass alles Wissen um die Vertreibungen nur an den Orten der Verhängnisse erfahren und weitergegeben werden kann, befreit von Funktionärsinteressen. Er ist ein kleines Stück vom Stein der Weisen geworden, der alte „Ebert“ von Glogau.

 
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