Film Kämpfen, klampfen, klönenSeite 2/2
Krohmers Erstling ist ein wunderbar unprätenziöser Film über die Liebe in den Zeiten des Betroffenheitsgeklampfes. Über kindliche Fluchtinstinkte und Verantwortungsresistenzen. Unaufdringlich hat er seine Geschichte als bürgerliches Kammerspiel inszeniert. Eingezäunt vom rustikalen Hüttenidyll und einem Bergpanorama, das in seltenen Totalen eher den Horizont beschränkt, statt vor Erhabenheit zu leuchten. Die vom Sporttourismus bezwungene Natur hält keine tieferen Erkenntnisse oder Ursprungsgefühle parat. Hier macht es keinen atmosphärischen Unterschied, ob zwei im Sessellift oder am Küchentisch debattieren. Immer wirken sie beengt, immer bleibt die wahre Welt irgendwo da draußen.
In dieser kühlen filmischen Archäologie verlangt keine Figur nach Anteilnahme, keine Details fügen sich zur großen Erzählung. Und doch kennt sich Sie haben Knut mit dem Diktat des Infantilen und den Sehnsüchten der Altersflüchtigen besser aus als all die anderen Nostalgie-Filme.
- Datum 30.10.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 30.10.2003 Nr.45
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