Irak Ein Sieg ohne SiegerSeite 3/3
Ohne Kongress, Wähler und Medien aber wird George W. Bush seine Irak-Politik nicht lange durchhalten können. Auch nicht ohne Verbündete. Die zeigen indes wenig Neigung, Bush mit Soldaten oder mit Geld zur Seite zu treten. Dabei wäre alle Schadenfreude über den amerikanischen Schlamassel dumm. Zu Recht haben viele Europäer vor diesem Krieg gewarnt, dessen Gründe sie nicht überzeugten und an dessen Ziele sie nicht glaubten. Nur ist jetzt nicht der Moment, Recht zu behalten, sondern das Richtige zu tun.
Die finanziellen Hilfen, die Deutsche und Franzosen auf der Geberkonferenz in Madrid angeboten haben, waren beschämend gering. Wohlgemerkt: Es geht nicht um die Finanzierung des Krieges, sondern des Wiederaufbaus. Der Irak schuldet Deutschland vier Milliarden Euro. Ein Schuldenerlass, von dem die Bundesregierung offiziell noch nichts wissen will (den sie aber plant), würde den Neuanfang nach Saddam Hussein erleichtern. Die humanitäre Hilfe muss trotz der prekären Sicherheitslage verstärkt werden. Die Ausbildung von Polizisten und Offizieren sollte rasch angepackt werden.
Die Uhr kann nicht zurückgestellt werden. Amerika darf im Irak nicht scheitern – vor allem im Interesse der Iraker selbst. Also kann die Maxime der Europäer nur lauten: Hilfe statt Häme. Ja, es war Bushs Krieg. Doch verlieren können ihn Amerikaner und Europäer immer noch gemeinsam.
- Datum 30.10.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 30.10.2003 Nr.45
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