Stimmt’s? Klärende Spucke

Beim Besuch im Schwimmbad habe ich mich selbst dabei ertappt, dass ich ein häufig gesehenes Verhalten übernommen habe: Bevor ich die Schwimmbrille aufsetze, spucke ich hinein, in dem Glauben, dass die Gläser auf diese Weise nicht so schnell beschlagen. Vielleicht können Sie mir ja sagen, ob diese Verhaltensweise wirklich nützlich ist? Jürgen Dieker, Münster

Der Brauch ist kein abergläubisches Ritual, sondern durchaus wirksam! Die Schwimm- oder Taucherbrille beschlägt, weil die Luft, die in ihr enthalten ist, wärmer ist als das Wasser, in dem man schwimmt. Das Wasser kühlt das Brillenglas, das Glas kühlt die Luft, und kühle Luft kann nicht so viel Wasserdampf aufnehmen wie warme – also kondensiert das Wasser am Glas.

Diesen Niederschlag kann auch der Speichel nicht verhindern. Doch die in ihm enthaltenen Glykoproteine setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab. Deshalb bilden sich nicht viele kleine Tröpfchen, die die Sicht behindern, sondern es entsteht ein Flüssigkeitsfilm, der irgendwann nach unten abfließt.

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Man kann die Brille nach dem Spucken übrigens ruhig kurz ausspülen. Die Proteine sind nicht wasserlöslich, sodass die Schutzschicht auch ein kurzes Wasserbad übersteht. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Audio: www.zeit.de/audio

 
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    • Serie Stimmt's
    • Quelle (c) DIE ZEIT 30.10.2003 Nr.45
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    • Schlagworte Glas | Archiv | Brille | Hamburg
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