Internet Wie Katz und MausSeite 2/2

Matthias Kurth, der Chef der Regulierungsbehörde, ist sich seiner Sache ebenso sicher. „Die Dialer entsprechen nicht den Mindestanforderungen, die im Hinblick auf Transparenz und Verbraucheraufklärung zu fordern sind“, sagt er. Unter anderem geht es darum, dass nicht nur das Anklicken eines Buttons reicht, um die Software zu laden. Nach Ansicht der Behörde muss zur Bestätigung eine Texteingabe erfolgen. Mit seiner rigorosen Aktion will Kurth „ein Signal setzen, dass keine Grauzone im Dialer-Markt hingenommen wird“. Die Deutsche Telekom forderte er auf, die zugehörigen 0190er Nummern* zu sperren.

Das sei unverzüglich geschehen, sagt ein Sprecher der Telekom. Ansonsten aber unternehme man nichts. Schließlich sei man nur der Netzbetreiber, habe mit den Dialern also nichts zu tun. Das sei Sache der Behörde. Alles richtig. Allerdings ist Mainpean ein Geschäftskunde, der – mindestens – schon einmal für großen Ärger sorgte. Und das war bereits vor zwei Jahren.

Seinerzeit verlangte die Telekom von einem Internet-Nutzer rund 13000 Euro. Weil der sich weigerte zu zahlen, wurde er vor den Kadi zitiert – bekam allerdings vom Landgericht Kiel Recht. Das befand Anfang dieses Jahres, dass der Telekom-Kunde in eine Falle getappt war. Die Richter glaubten seiner Beteuerung, dass er sich wiederholt, aber unwissentlich über einen Dialer ins Internet eingewählt hatte: An 17 Tagen 261-mal. Die Telekom wollte das viele Geld allerdings nicht für sich selbst kassieren, sondern den größten Teil an eine Firma weiterreichen: an Mainpean. Die Berliner steckten schon damals hinter dem Dialer, der die hohen Gebühren verursacht hatte.

Um den Verbrauchern derlei Ärger zu ersparen, untersagten die Marktaufseher am 27. September „ab sofort“ die Rechnungslegung für die monierten Dialer. Und weil ihnen rückwirkend bis zum 15. August die Registrierung entzogen wurde, besteht auch bis zu diesem Zeitpunkt „keinerlei Zahlungsanspruch“, so Boll, auch wenn die Rechnungen schon raus sind. Mehr noch als das dürfte Mainpean stören, dass die Telekom die Service-Nummern – und damit die laufenden Geschäfte von Mainpean – abklemmen musste. Gegen beides legte die Berliner Firma Widerspruch ein. Zugleich aber, so deren Unternehmenssprecher, seien die Dialer inzwischen den Anforderungen der Behörde angepasst und erneut zur Registrierung eingereicht worden. Bis zum Redaktionsschluss war allerdings noch nicht klar, ob die modifizierten Programme tatsächlich wieder zugelassen werden.

*Die gesperrten Nummern: 0190-880460, 0190-880461, 0190-805640

 
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