bildung Mit vier Jahren in die Schule
Experten fordern weniger Ferien und mehr Unterricht für alle. Ein Gespräch mit dem Berliner Bildungsforscher Dieter Lenzen
die zeit: Herr Professor Lenzen, geht es nach Ihnen und der bayerischen Wirtschaft, werden Samstage bundesweit wieder Schultage, werden Ferien zur Lernzeit. Sind unsere Schüler unterbeschäftigt?
Dieter Lenzen: Zum Teil, glaube ich, schon. Wir wissen, dass viele Kinder und Jugendliche sich im Unterricht langweilen. Doch darum geht es nicht in erster Linie.
die zeit: Sondern?
Lenzen: Unsere Studie kommt zum Schluss, dass wir in Deutschland alle Bildungsreserven nutzen müssen, wenn wir unser derzeitiges Wohlstandsniveau in Zukunft halten wollen. Dazu gehört als ein Punkt unter vielen auch der Unterricht am Samstag. Zudem sollten wir Teile der Schulferien nutzen, Schüler individuell zu fördern. Ich denke da an Nachholkurse für schwache oder Spezialangebote für besonders gute Schüler. Älteren Schülern sollten wir zudem die Ferien auf den Umfang verkürzen, der auch Auszubildenden in der Lehre zusteht, nämlich acht Wochen im Jahr.
die zeit: Was führt Sie zu so drastischen Maßnahmen?
Lenzen: Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Bislang diskutieren wir nur, was der demografische Wandel für die Rente und das Gesundheitswesen mit sich bringt. Genauso wichtig ist die Frage, wie die Bildungsinstitutionen darauf reagieren müssen, dass immer weniger junge Leute immer mehr ältere ernähren müssen. In den kommenden 40 Jahren werden die Arbeitskräfte von 40 auf 25 Millionen zurückgehen.
- Datum 22.04.2008 - 12:23 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT
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