Bürgerversicherung und KopfpauschaleSeite 2/2
Bei der Kopfpauschale soll der soziale Ausgleich durch das Steuersystem erreicht werden.
Das Rürup-Modell: Der Darmstädter Ökonomieprofesser Bert Rürup sieht künftig für alle erwachsenen Versicherten (also auch bislang kostenlos mitversicherte Ehepartner) eine einheitliche Prämie vor. Diese Kopfpauschale soll etwa 210 Euro im Monat betragen. Der bisherige Arbeitgeberbeitrag soll dabei mit dem Lohn ausgezahlt werden. Bezieher niedriger Einkommen erhalten einen steuerfinanzierten Zuschuss, die kostenlose Mitversicherung von Kindern bleibt bestehen. Nach Berechnungen der Rürup-Kommission werden dabei jährlich Subventionen von bis zu 25 Milliarden Euro fällig.
Das Herzog-Modell: Die Reformkommission der Union unter der Leitung von Exbundespräsident Roman Herzog schlug ebenfalls Kopfpauschalen plus staatliche Subvention vor. Zunächst sollte die Pauschale etwa 260 Euro betragen. Inzwischen streben die Sozialpolitker der Union eine niedrigere Prämie von 200 Euro pro Kopf an, was jedoch höhere Kosten für den Fiskus mit sich bringt. Mit einem Teil des Kassenbeitrags soll eine Demografiereserve angespart werden. In jeder ihrer bisherigen Varianten strebt die Union höhere Subventionen an als Rürup.
KLEINE LÖSUNG: Da sich ein Kompromiss zwischen den Befürwortern der Kopfpauschale und denen der Bürgerversicherung nicht abzeichnet, bereitet die CSU unter der Ägide von Exgesundheitsminister Horst Seehofer einen Vorschlag zur Fortentwicklung des bestehenden Systems vor. Dabei soll es wie bisher private und gesetzliche Kassen geben. Allerdings sollen die Arbeitgeber durch das Einfrieren ihrer Beiträge zur Krankenversicherung entlastet werden. Außerdem sollen weitere Leistungen aus dem Katalog der Krankenkassen gestrichen werden.
- Datum 13.11.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 13.11.2003 Nr.47
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