Hirnforschung Der Markt der NeuronenSeite 3/3
Dazu kommt das Problem der Interpretation. „Es gelingt uns bisher noch nicht einmal, die Grundlagen von Emotionen im Gehirn sicher voneinander zu unterscheiden“, sagt der Neurobiologe Henning Scheich. Obwohl er in Magdeburg demnächst den leistungsfähigsten Kernspintomografen Europas in Betrieb nehmen wird, steht Scheich den Versprechungen der Neuroökonomen „sehr skeptisch“ gegenüber. Oft seien die Bilder aus dem Kernspintomografen irreführend. „Messen wir beispielsweise eine erhöhte Aktivität in der Amygdala, können wir daran nicht ablesen, ob die Versuchsperson weint oder lacht.“
So hat auch das Neuromarketing bislang nur herausgefunden, was die Werbewirtschaft längst wusste: Beliebte Marken sind auch im Hirn beliebt. Spätestens dann, wenn das auch die Marktforschung gemerkt hat, wird sie nach dem nächsten Trend Ausschau halten.
Siehe auch Leben, Seite 55
- Datum 13.11.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 13.11.2003 Nr.47
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