momente der entscheidung Jakob und die dummen HerrenSeite 4/4

Gleichwohl hätte das Geld allein nichts bewirkt. Als die sieben deutschen Kurfürsten im Juni in der Frankfurter Bartholomäuskirche zusammenkommen, um über Maximilians Nachfolge zu entscheiden, sagt ihnen keiner der beiden Kandidaten zu, und so wählen sie am Ende ihrer Beratungen zunächst den Kurfürsten Friedrich von Sachsen, also einen aus ihrer Mitte. Doch nach einer Bedenkzeit nimmt dieser die Wahl nicht an. Politisch fühlt er sich zu schwach – was ihm durch einen habsburgischen Truppenaufmarsch vor der Stadt auch noch einmal deutlich vor Augen geführt wird. Erst in dieser Situation entscheiden sich die Kurfürsten im zweiten Wahlgang für das lukrativste Angebot, also den von Jakob Fugger finanzierten KarlV. Die Zukunft des Kaufmanns ist gesichert.

Jakob lebt noch sechs Jahre und setzt kurz vor seinem Tod im Jahr 1525 den Neffen Anton zum alleinigen Nachfolger ein. Es ist eine gute Entscheidung, denn Anton schafft es, das Vermögen der Familie sogar noch zu vergrößern. 40 Jahre später beziffert dieser den Firmenwert auf sechs Millionen Gulden, was damals annähernd zehn Prozent des Volkseinkommens des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation entspricht; der nächste Konkurrent hat nur ein Fünfzigstel dieser Größe.

Andererseits bestand dieses Vermögen wie eh und je vor allem aus Schuldscheinen. Die Stärke der Fugger war eben auch ihre Schwäche: die Nähe zu den Habsburgern. Als deren Silberminen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts langsam erschöpft waren und gleichzeitig ihre politische Macht zu schwinden begann, weigerten sich die Nachkommen KarlsV. zusehends, die Schulden zu begleichen. Ihr Niedergang wurde somit auch zu dem der Fugger, die wenige Generationen später keine Konzernherren von europäischem Format mehr waren.

 
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