gefragt Orchideenfächer (2): Fischwirtschaft

Ulrike Weniger, 46, Fischereireferentin in Sachsen

die zeit: Sie haben Fischwirtschaft und Gewässerbewirtschaftung an der Humboldt-Universität in Berlin studiert. Was lernt man da?

Ulrike Weniger: Es geht hauptsächlich um Binnenfischerei, aber auch um die kleine Küstenfischerei. Fächer sind beispielsweise Fischereirecht, Fischkunde, Fischkrankheiten, Seenkunde, Algologie, Betriebswirtschaft, Abwasserchemie und Fischereitechnik, also Fischproduktion.

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zeit: Wie sind Sie auf das Studium gekommen?

Weniger: Nach dem Abitur wollte ich mich mit Naturwissenschaften beschäftigen, und da bot die Landwirtschaft das breiteste Spektrum. Weil ich auf meinen Studienplatz warten musste, machte ich zunächst ein landwirtschaftliches Praktikum – in einem Fischwirtschaftsbetrieb. Nach einer Lehre zur Fischwirtin habe ich dann in Göttingen Landwirtschaft bis zum Vordiplom studiert, meinen Fischwirtschaftsmeister gemacht und im Betrieb meiner Schwiegereltern gearbeitet, Schwerpunkt Bachforellen. Als der Studiengang Fischwirtschaft/Gewässerbewirtschaftung an der Humboldt-Universität eingeführt wurde, ging ich nach Berlin und machte dort meinen Studienabschluss.

zeit: Macht man das Studium in Hinblick auf einen bestimmten Beruf? Vielleicht, um sich als Forellenzüchter selbstständig zu machen?

Weniger: Dafür wäre die Ausbildung zum Fischwirtschaftsmeister geeigneter. Von den fünf Kommilitonen, die mit mir Examen gemacht haben, ist nur einer in der Praxis, die anderen sind in der Verwaltung, bei der Deutschen See, in einem Verband, an der HU.

zeit: Wie groß ist der Bedarf an Fischwirten?

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