interview „Machen Sie auch mal Urlaub“
Jura-Professor Ingo von Münch über die Tücken der Promotion – wie man das richtige Thema und seinen Doktorvater findet, aus dem „Hat doch alles keinen Sinn“-Loch kommt und warum es für 8000 Fußnoten nicht die Höchstnote gibt
die zeit: Für wen lohnt es sich zu promovieren?
Ingo von Münch: Das lässt sich nicht pauschal für alle Disziplinen beantworten. In der Medizin ist es beispielsweise üblicher und wichtiger. Generell lohnt es sich für jeden, der Freude an selbstständiger wissenschaftlicher Arbeit hat.
zeit: Wer sollte auf eine Promotion lieber verzichten?
Münch: Die meisten Promotionsvorhaben verlaufen im Sande, wenn jemand eine attraktive berufliche Position bekommt. Da heißt es abzuwägen: Ist es sinnvoll, später einen Doktor zu haben, aber keinen Job, oder jetzt einen Job, aber nicht den Doktor?
zeit: Wie viel Ansehen ist mit einem Doktortitel heutzutage noch verbunden?
Münch: Auch das ist nach Disziplinen unterschiedlich. Der Dr.-Ing. zählt heute mehr als manche anderen Doktortitel. Generell kann man sagen, dass der Doktorgrad als solcher heute keine besondere gesellschaftliche Position verleiht. Im 19. Jahrhundert dagegen gab es beispielsweise besondere Regeln für die Sitzordnung bei Tisch, wenn ein Doktor anwesend war.
- Datum 22.10.2007 - 06:40 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 04.12.2003 Nr.50
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