Allmacht Die Flieger der NationSeite 11/11

Merbold : Ich habe Sigmund nach besten Kräften geholfen und im Westen gesagt: Hier haben wir einen, der die russische Raumfahrt kennt. Und den brauchen wir jetzt, wenn wir mit den Russen fliegen wollen! Im Gegensatz zu dir, Sigmund, bin ich aber nicht nur deswegen über die Wende froh, dass die atomare Vernichtung gebannt wurde, sondern vor allem, weil endlich die Mauer fiel und damit die DDR-Deutschen reisen konnten, wohin sie wollten. Ich konnte mich nie damit abfinden, dass ein europäischer Staat auf seine Bürger schießen lässt, wenn sie andernorts leben möchten.

Herr Jähn, die meisten Westdeutschen kennen Sie erst seit dem Film »Good bye, Lenin«. Der Regisseur wollte, dass Sie sich darin selbst spielen.

Jähn : Aber ich passte da nicht rein. Das ist eines der Dinge, die ich – spät zwar – gelernt habe: Man kann nicht alles machen, was die Leute von einem erwarten. Auch die Schulen, die nach mir benannt wurden, besuche ich nicht mehr.

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Aber Sie sind wieder prominenter geworden.

Jähn : Ich brauche keine Prominenz. Ich wünsche mir, in Ruhe gelassen zu werden. Ich hätte auch am liebsten dieses Interview nicht gegeben. Aber es ist Ulfs 20. Jahrestag, den wollte ich nicht verderben.

Das Gespräch führten TORALF STAUD und CHRISTINA STICHT

 
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