Als Sie von unserer Idee hörten, ein Weihnachtspapier für die ZEIT zu entwerfen: Was war Ihr erster Gedanke?

Na ja, zuerst hat mir die Idee gefallen, etwas Außergewöhnliches in so etwas Alltäglichem wie einer Zeitung zu machen. Dann habe ich darüber nachgedacht, was eigentlich genau passiert, wenn man Geschenke einpackt, und ich fand es reizvoll, auszunutzen, wie die Kanten des Papiers zusammengeklebt werden. Die Arbeit, die Sie jetzt sehen, bleibt immer unvollständig. Wenn Sie einen Karton darin einpacken und die Papier-Enden zusammenfügen, dann bekommen Sie ein Bild, das wie ein komplettes Ganzes aussieht, aber eigentlich ist es ein Spiegelbild. Das vollständige Motiv, die andere Seite der Geschichte, enthalte ich Ihnen vor.

Warum?

Es gibt nur eine Seite der Geschichte: meine.

Und welche ist das?

Zuerst erzähle ich Ihnen, welche Geschichte ich wieder verworfen habe. Die Anfangsentwürfe für das Projekt waren nämlich alle viel weihnachtlicher. Immer wenn ich etwas aus weißem Papier geschnitten habe, kamen automatisch Schneeflocken dabei heraus, und aus dem schwarzen Papier wurde ein Nachthimmel – ich konnte dem Naheliegenden nicht entkommen. Das war mir zu einfach. Schließlich griff ich auf meine eigene Bilderwelt zurück.

Ein Motiv sieht aber immer noch wie ein Weihnachtsstern aus.