Endlich beschreibt eine Frau die Wahrheit über die Geschlechter in unserem Land: Frauenpower und Männer mit seelischem Entwicklungsbedarf! Seit ich meinen Beruf an den Nagel gehängt habe, sehe ich, wie die Frauen das "normale Leben" gestalten, und das recht gut. Gekonnt gehen sie mit Macht um: Den Yogakurs leitet eine Frau, den Englischkurs ebenso, auch den Kurs für Französisch, und so geht es weiter. Die Frauen haben ihre männliche Seite entwickelt und sind selbstbewusst und zielstrebig geworden, aber wir Männer sind geblieben, wie wir schon immer waren - von Entwicklung unserer weiblichen Seite keine Spur.

Lothar Heimberg, Langen

In Deutschland wird überall Grünfläche in Graufläche verwandelt, in 100 Jahren wird es keine Wälder mehr geben, falls nicht sofortiger Baustopp beschlossen wird. Und wer soll die kritische Phase überbrücken, in der es zu wenige Jugendliche gibt? Ein vorübergehend höheres Pensionsalter. Unsere Produktion erfolgt weitgehend durch Maschinen, die auch von 75-Jährigen bedient werden können. Wir sind in der glücklichen Lage, kaum noch Muskelkraft für unsere Versorgung zu benötigen. Die Gefahr einer Überalterung wird drastisch überschätzt. Die Gefahr einer zurückgedrängten Natur erscheint mir wesentlich größer.

Prof. Wolfgang Kundt, Bonn

Als Deutsche, die in Frankreich lebt, frage ich mich: Woher kann in Deutschland die Lust auf Kinder kommen, wenn Frauen immer noch vor der Frage stehen: Kind und Küche oder Karriere? Der beunruhigende Bevölkerungsrückgang wird vorrangig als ein finanzielles Problem gesehen: Alle möglichen Kinder-, Familien-, Mutter- und Vaterzuschüsse müssten erhöht werden. Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise des Staates eine irreale Forderung, die ein grundsätzliches Problem einfach ausblendet: Was passiert mit dem Kind nach der Geburt, wenn die Mutter weiter arbeiten will und auch Karriere machen möchte? Es gibt in Deutschland keine staatlichen Kinderkrippen, Vorschulen und Schulen, die ganztägig Lernen und soziales Erleben miteinander verbinden.

Ich profitiere vom französischen Modell. Es ermöglicht Frauen, ihren Kinderwunsch erst einmal "gelassener" zu erfüllen - wohlwissend um das Ausmaß alltäglicher Anforderungen und unterlassener Hilfeleistungen der Männer in Haushalt und Erziehung. Wenn ich jedoch weiß, dass mein Kind in Ausnahmefällen von 8 Uhr bis 18 Uhr in der Kinderkrippe oder in der Schule bleiben kann oder ich es in den Sommerferien drei Wochen in ein staatlich subventioniertes Ferienlager schicken kann, dann zeigt sich der Kinderwunsch von einer realisierbaren Seite. Das müsste in öffentlichen Diskussionen in Deutschland verstärkt hervorgehoben werden! Dahin müsste die gegenwärtige Regierung ihre finanzielle Unterstützung schicken, wenn es wieder mehr Kinder im Land geben soll!

Linda Koiran, Paris