"Leiser, schneller, tiefer", so lautet das Motto der deutschen U-Boot-Bauer. Kein Wunder, dass kaum einer weiß, was die Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) anbieten. Dabei haben wir alle deren Exportschlager mitgefördert. "Dafür sind Steuermittel geflossen ohne Ende", sagt ein Insider. Wie viel genau? "Geheim", heißt es nur in Berlin.

Das Erfolgsgeheimnis deutscher U-Boot-Technik heißt Brennstoffzelle. Dieser zukunftsträchtige Antrieb verwandelt Wasserstoff und Sauerstoff in Strom und Wasser. Laut- und spurlos tauchen U-Boote damit ab. Atom-U-Boote sehen daneben alt aus. Weil diese ihren Reaktor nicht einfach ausschalten können (sonst droht der GAU), heizen sie ihre Umgebung auf. Infrarotsatelliten entdecken die heiße Spur. Lassen Russen und Amerikaner das Kyoto-Protokoll platzen und heizen den Bären die arktische Eiskappe unterm Fell weg (siehe nebenstehenden Artikel), dann schmilzt den temperierten Atom-U-Booten das beste Versteck weg. Drum möchten viele Nationen, auch Israel und Taiwan, mit der deutschen Technik abtauchen. Unsere Marine hat gerade in Emden ihr zweites U-Boot dieses Typs von Helga Mäuslein taufen lassen, der ersten Beigeordneten im Rat des Luftkurorts Edenkoben, der Patenstadt von U-32. Also alles still und sauber im Boot?

Mitnichten. HDW wurde 2002 von der US-Finanzinvestorengruppe OEP gekauft und ist nun Spielball. OEP pokert mit der Werft, die Politik eiert. So will die Bundesregierung einen europäischen Werftenverbund schmieden und das Außenwirtschaftsgesetz ändern, um künftig beim Ausverkauf der Rüstungsindustrie mitreden zu können. Weil Schröders Truppe aber derzeit auf zu vielen Baustellen werkelt, kommt sie nicht zu Potte.

"Leiser, schneller, höher", so lautet das Motto des deutschen Triebwerkherstellers MTU, der alles ausstattet, was fliegt in der Bundeswehr, ob Tornado, Eurofighter, Militärtransporter A400M, aber auch den künftigen Airbus-Superjumbo A380. Obwohl die Firma viel Geld vom Staat bezieht, wurde sie kürzlich von ihrer Mutter DaimlerChrysler an die US-Investorengruppe KKR verkauft. Auch den italienischen MTU-Partner Fiat Avio haben US-Investoren übernommen. Das Know-how für den Panzer Leopard 2 ist längst über den Teich: Amerikaner haben den spanischen Lizenznehmer für Leo 2 gekauft. Wehrexperten wissen: Die Kooperation mit Uncle Sam ist eine Einbahnstraße, nur nach Westen offen.

Lauter, bräsiger, platter, so diskutiert Rot-Grün über Technikexport. Regt sich auf über den Verkauf alter "Schrott-Technik" aus Hanau an China und ignoriert den Ausverkauf der Zukunft. Europas Verteidigung, fest im Griff von George W. Bush? No, thank you.

Erst wenn der letzte Nuklearingenieur ausrangiert, der letzte Gen- und Rüstungstechniker vertrieben und der letzte Chemiker gefesselt ist, werden sie merken, dass man Ideologie nicht essen kann. Hans Schuh