Gedichte Der Geruch des letzten ApfelsSeite 6/6
Alles zusammengenommen, ist dieser Band nicht nur trefflich übersetzt von zwei Virtuosen der Übertragungskunst, sondern auch zutiefst zeitgemäß: vor- und rückwärtsgewandt zugleich, naive und sentimentalische Dichtung. Altmodisch in der Trauer um die einfachen und selbstverständlichen Anschauungen, die nur noch in den Versen überwintern. Und naiv im unbefangenen Experiment, das keine Rücksicht kennt und alles wie zum ersten Mal erforscht. Was wäre zum Beispiel „ein Anfang“? Ein Anfang, das könnte sein, wenn „der Wind den Regen über lichtgrüne Felder bläst und wenn keiner mehr die geballte Angst im Magen spürt“. Ein Anfang müsste etwas sein „aus Wind und aus Licht“, halb irdisch, halb überirdisch, wie das Gedicht, das solche Fragen stellt.
Eine befreiende Sinnlosigkeit spricht aus solchen Versen. Der vorletzte, nachmittägliche Eindruck von der Welt ist der eines Wunders, das auf nichts hinausläuft: Einzigartig, einmalig schön ist es hier unten, auch wenn es da oben keiner sieht, und wir selber es morgen schon vergessen haben.
Gedichte; aus dem Schwedischen von Hans Magnus Enzensberger und Verena Reichel; Hanser Verlag, München 2003; 99 S.,14,90 ¤
Lars Gustafsson: Auszug aus XanaduDer Geruch des letzten ApfelsSpezialSchwedischGedichte; aus dem Schwedischen von Hans Magnus Enzensberger und Verena ReichelLars GustaffsonBuchHanser Verlag2003München14,9099Hans Magnus Enzensberger und Verena Reichel- Datum 11.12.2003 - 13:00 Uhr
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- Serie belletristik
- Quelle (c) DIE ZEIT 11.12.2003 Nr.51
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