Größer kann ein Lob kaum ausfallen: Deutschlandfunk, DeutschlandRadio, ARD und ZDF berichten "qualitativ anspruchsvoll, ausführlich, tiefgehend, seriös und glaubwürdig". Zu diesem Urteil kommen Politiker, Wirtschaftsmanager und Journalisten in einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Emnid. Deutschlandfunk und -Radio schneiden darin am besten ab und erhalten eine positive Bewertung von rund zwei Drittel der Befragten. Bei ARD und ZDF sind es immerhin je nach Frage etwa 30 und 50 Prozent, während die privaten Fernsehsender nur von einem bis drei Prozent eine ähnlich gute Beurteilung bekommen.

Nach so einem Ergebnis würde sich eine Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern eigentlich verbieten und mit ihr jeder Widerstand gegen eine Gebührenerhöhung von etwa einem Euro pro Monat für die Jahre 2005 bis 2008.

In den ersten Januartagen will die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs den Ministerpräsidenten ihren endgültigen Gebühren-Vorschlag überreichen.

Die Studie von Emnid ließe sich da schön verwenden, wenn der grundsätzlichen Wertschätzung nicht eine andere Studie über die Leistung in der politischen Berichterstattung gegenüberstünde. In einer aktuellen Analyse des Bonner Instituts Medientenor kommen ARD und ZDF schlecht weg. Die Nachrichtensendung heute habe dem Elbehochwasser im August 2002 "über die Hälfte ihrer Beiträge gewidmet, im Wahlmonat September der Bundestagswahl aber gerade ein Sechstel aller Beiträge", heißt es dort. In den letzten Tagen vor der Abstimmung hätten beide Sender "kaum Informationen über Arbeitsmarkt, Bildungs- oder Gesundheitspolitik" geliefert. "Eine echte Auseinandersetzung mit Themen und Konzepten der Parteien wurde den Menschen verwehrt und ihre Meinungsbildung erschwert." Größer kann eine Kritik an einem von der Allgemeinheit finanzierten Nachrichtenprogramm kaum ausfallen.