Ein Regisseur, der seinen ersten Spielfilm mit 35 Jahren drehte, dann mehrere Jahre pausierte und seinen sogenannten Durchbruch als 70 jähriger erlebte, muss ein anderes Zeitgefühl haben. Als Manoel der Oliveira anfing, in der cineastischen Öffentlichkeit eine Rolle zu spielen, war er bereits in einem Alter, in dem sich andere Regisseure allmählich vom Filmemachen zurückziehen. Aus diesem Gefühl, etwas aufholen zu müssen, die Jahre nicht weiter ungenutzt verstreichen zu lassen, bewahrte er sich eine irritierende, manchmal fast metaphysisch anmutende Jugendlichkeit - und schier beängstigende Produktivität. Heute dreht er etwa einen Film pro Jahr.