Der überwiegende Teil ist es sicherlich nicht, aber es ist erstaunlich viel. Genaue Zahlen sind schwer zu bekommen, aber man kann es ungefähr ausrechnen: Die Lufthansa schenkt in diesem Jahr etwa 1,2 Millionen Liter Tomatensaft an ihre Passagiere aus. Ein Teil davon wird im Ausland konsumiert, dafür schenken andere Fluggesellschaften Saft über deutschem Boden aus – nehmen wir also einfach mal diese Zahl. Um den Verbrauch auf dem Boden zu berechnen, greifen wir auf eine Statistik des Verbandes der deutschen Fruchtsaftindustrie zurück: Demnach trinkt jeder Deutsche im Schnitt 0,97 Liter Gemüsesaft pro Jahr. Gehen wir davon aus, dass die Hälfte davon Tomatensaft ist, dann werden insgesamt etwa 40 Millionen Liter T-Saft getrunken. Also beträgt der Anteil in der Luft drei Prozent. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit der Durchschnittsdeutsche im Flugzeug verbringt. Beim Orangensaft beträgt der „Luftanteil“, auf dieselbe Weise errechnet, nur etwa 0,4 Prozent!

Warum in der Luft so viel Tomatensaft getrunken wird, darüber können auch die Hersteller nur mutmaßen. Eine mögliche Erklärung: Im Flugzeug haben viele Leute ein flaues Gefühl im Magen, da greift man statt zum kalten, sauren Apfel- oder Orangensaft lieber zu dem bekömmlicheren Getränk. Die Fluggesellschaften berichten aber auch, dass das Verlangen nach dem roten Saft offenbar ansteckend ist – wenn einer mit Tomate anfängt, geht das wie eine Welle durch die ganze Kabine. Christoph Drösser

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