13. Juni Wo steckt der Pfandschlupf?Seite 2/2
Dieses Geld haben nicht wir Groß-, sondern die Einzelhändler. Noch mal: Erst macht man uns mit der Dosenpfand-Verordnung, einer Betonwalze gleich, das Geschäft kaputt. Dann entdeckt man, dass noch ein Krümel übrig ist. Und den will man jetzt auch noch.
Dieser Krümel ist fast eine halbe Milliarde Euro wert.
Wenn Sie eine Pfanddose in einer Tankstelle kaufen, zahlen Sie 25 Cent mehr. Wenn Sie diese Dose dann nicht zurückbringen, wandert sie vielleicht in den Müll. Jetzt hat zwar der Einzelhändler 25 Cent kassiert, aber er kann sie nicht als Gewinn verbuchen. Denn vielleicht kommen Sie doch noch und wollen Ihr Geld zurück. Vielleicht kommen Sie morgen oder in einer Woche, vielleicht aber auch erst in zwei Jahren. Für diesen Fall muss der Kaufmann eine Rückstellung bilden.
Aber vielleicht komme ich auch nie. In Schweden soll es an Rücknahme-Automaten einen Knopf geben, mit dem das Pfand für einen guten Zweck gespendet werden kann. Statt Pfandbon wird eine Spendenquittung ausgedruckt.
Das ist doch nicht das Problem. Damit wir den Schlupf überhaupt spenden können, müssten wir ihn erst mal finden. Aber er ist wie ein Geist. Wenn Sie mich heute fragen, wo steckt denn Ihr Schlupf und wie hoch ist Ihr Schlupf, zucke ich mit den Schultern – ich kann es nicht wissen. Wer weiß schon, wie die Verpackungsverordnung in ein paar Monaten aussieht?
Das Gespräch führte ALEXANDROS STEFANIDIS
- Datum 22.12.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 22.12.2003 Nr.1
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