Kann man 61 Seiten einfach vergessen? Man kann. Jedenfalls die amerikanische Anwaltskanzlei, die Jürgen Schrempp unterstützt. Kann passieren, könnte man meinen, angesichts der Papierberge, welche die Advokaten zum Prozess Tracinda gegen DaimlerChrysler vorzulegen hatten. Oder steckt doch was anderes dahinter? Ist so viel Pech noch normal?

Es hatte doch alles so strahlend begonnen. Im Himmel wähnte sich der deutsche Bräutigam bei der Hochzeit mit seiner amerikanischen Flamme. Doch alsbald war der Lack bei der schönen Braut ab. Dabei hatten wahre Heerscharen hoch bezahlter (Investment-)Berater die Mitgift durchleuchtet. Liegt da vielleicht des Pudels Kern? Hat der Chef schlicht Pech bei der Wahl seiner Berater?

Als er später im Interview freimütig über seine Talente als Schachspieler beim Daimler-Chrysler-Deal plauderte, war nämlich wieder ein hoch bezahlter (PR-)Berater an seiner Seite. Aber der passte nicht richtig auf und riet danach zur falschen Taktik. Und jetzt verderben die exzellent honorierten (Rechts-)Berater Jürgen Schrempp auch noch seinen so mühsam einstudierten Auftritt vor dem US-Richter. So was kann dort teuer bestraft werden. Wenn das keine schwarze Berater-Serie ist!

Höchste Zeit, dass die Töchter Geld für die Familienkasse ranschaffen. Die Triebwerker von MTU wurden schon für 1,45 Milliarden Euro geopfert. Und wie man hört, sollen jetzt auch die Mercedes-Zulieferer durch Preisnachlässe quasi Bares beitragen. Fragt sich nur, ob der Chef diesmal gut beraten ist.