Heiß.

Diktatoren müssen auch wirklich an alles denken. Selbst im Bett kann es mitunter zu heiß werden. Wie die britische Tageszeitung The Guardian nun unter Berufung auf israelische Geheimdienstler berichtet, hatte Saddam Hussein deshalb in gewissen Stunden vorgesorgt. Der Tyrann fürchtete offenbar, während der Liebesstündchen bei seinen Mätressen einem Attentat zum Opfer zu fallen. Deshalb schickte er seine vielen Doubles, die ihn bei öffentlichen Auftritten vertraten, mitunter sogar zu den Damen. Die Israelis waren dahinter gekommen, als sie den Tyrannen beschatteten. Der Grund: 1992, kurz nach dem Golfkrieg, wollte das Kabinett des damaligen Premiers Jitzhak Rabin den Diktator in einer Geheimaktion bei dem Begräbnis seines Onkels ermorden lassen. Doch der vielgestaltige Diktator sei seinen Attentätern ständig entwischt. Ob die Frauen merkten, dass sie nicht in den Armen des Richtigen lagen, ist nicht überliefert.

Krass.

Noch kein Weihnachtsgeschenk? Österreichs Medien empfehlen ein Kultbuch: Jörg Haider: Zu Gast bei Saddam, 19 Euro, sofort lieferbar. Ein "voll krasses Kultbuch", spottet der Wiener Standard. Auf 215 Seiten, reichlich illustriert, kann man noch einmal nachlesen, wie der Führer der rechtspopulistischen österreichischen Regierungspartei FPÖ vor zwei Jahren mit dem Schlächter von Bagdad "rein privat" zusammentraf, um ihm die "Grüße des österreichischen Volkes" zu übermitteln. Haider, der noch heute Mitglieder des alten irakischen Regimes als "persönliche Freunde" bezeichnet, erhoffte sich Aufträge vom Terrorregime. Das skurrile Treffen hat ein Nachspiel. Im März stehen in Kärnten Wahlen zum Landtag an. Haider rechtfertigt das Treffen nun auf seine Art. Auf die Frage, ob Saddam schlimmer sei als Bush, antwortete er: "Da fällt mir die Wahl wirklich schwer." Die Amerikaner hätten ohnedies nur einen Doppelgänger gefasst. Die Verhaftung sei eine "Schmierenkomödie". Haider muss es wissen: Nach seinem Besuch in Bagdad vermutete ein Saddam-Double-Forscher nach einer Analyse der Fernsehbilder, dass der Kärntner Populist wahrscheinlich selbst nur einen der zahlreichen Doppelgänger getroffen hatte.

Gefährlich.

Kriegsreporter leben bekanntlich gefährlich. Nun bekommen sie Schützenhilfe von besonderer Seite. Die russische Firma Photon Protective Services will diesen "mutigen Männern und Frauen Methoden an die Hand geben, die sie befähigen, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen, um die richtige Entscheidung für ihr Überleben zu treffen". Den Journalisten, so verspricht Photon, werde die "Kunst des Schützens und Überlebens" beigebracht, "damit sie in lebensbedrohlichen Situationen nicht darauf angewiesen sind, improvisieren zu müssen". Der Haken an der Sache: Das Training findet auf einer "Trainingslocation" im russischen St. Petersburg statt. Die Trainer: "Hochrangige Offiziere der Russischen Special Forces-Spetsnaz". Die russische Truppe hatte vor allem in Tschetschenien bewiesen, was sie unter der "Kunst des Schützens" versteht.