Interview „Wer alles zeigt, sagt gar nichts“Seite 5/5

Huppert: Ja, doch, meine drei Kinder. Ich freue mich, dass sie da sind, dass es sie gibt. Aber ich will mich um Gottes willen nicht beklagen. Wer könnte sich über ein derart komfortables Leben und so viele Privilegien beschweren? Es geht eher um ein metaphysisches Gefühl des Versagens. Ein Unbefriedigtsein. Sobald man zufrieden, fett und selbstgerecht ist, ist man wahrscheinlich auch kein Künstler mehr, um dieses abscheuliche Wort auch einmal zu benutzen. Ein paar Schuldgefühle, ein bisschen Paranoia und ein paar prachtvolle Komplexe können sicher nichts schaden. Ich hadere, also bin ich. Ich traue mir nichts zu. Und gerade deshalb bin ich zu allem fähig.

Gesprächsführung: Katja Nicodemus

 

 
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