Tanz Primaballerina der WissenschaftSeite 3/3
Dort hebt der Tanz an: Türkische Kids aus Berlins Problembezirk Neukölln zelebrieren virtuos Breakdance-Akrobatik, ein Pappkarton tanzt Spitze, und in einem Bassin treibt eine Ballerina auf einer Luftmatratze. Als sich zwischen Streetdance und Hiphop plötzlich klassisches Ballett mogelt, muss sie lachen: "Die Drehungen, das sind Fouettés." Davon gibt es in Schwanensee allein für Odile gleich 32 Stück hintereinander.
Hat es ihr gefallen? Sie will sich nicht festlegen. "Ich bin keine Kritikerin. Ich habe nicht sofort ein Urteil parat." Deshalb wird sie jetzt, wie nach jedem Stück, ihre Eindrücke protokollieren, um später einmal darauf zurückzugreifen, wenn es beispielsweise um die Frage geht, ob nach den Zeiten minimalistisch kühler Stücke das Pathos auf die Bühne zurückkehrt, der wilde Tanz, das große Gefühl. Es ist spät geworden. Verfolgt sie der Tanz bis in den Schlaf? "Ach, ich tanze gern im Traum", sagt sie. Auf Spitze? Sie lächelt. "Wenn ich träume, muss ich mich nicht darum kümmern, was ich da tanze."
- Datum 22.12.2003 - 13:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01/2004
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