Gibt es eigentlich schon ein Mensa-Ranking? Wenn ja, dann gehört die Uni Oldenburg auf einen der ersten Plätze. Hier ist die Kost so gut und die Zufriedenheit der Kunden so groß, dass die Uni jetzt ein Mensa-Kochbuch herausgab: Die 100 beliebtesten Rezepte aus den Mensen des Studentenwerks Oldenburg zum Nachkochen für Zuhause. Schön übersichtlich, mit Symbolen über Zeit- und Finanzaufwand sowie über den Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet, mit einem Rezeptregister und Stichwortkatalog (Blanchieren, Binden, Passieren, vom Umgang mit Eiern), ist es ein ideales Handbuch für Studienanfänger und andere Koch-Novizen. Auch die Rezepte sind vielversprechend: Zander im Speckmantel, Chop Suey mit Hühnerfleisch, Lachssteak in Dillsauce und andere Leckereien.

Bei der Lektüre dieses delikaten Kochbuchs stoßen einem allerdings die Erinnerungen an die eigenen, längst vergangenen Studienjahre übel auf. Mag ja sein, dass Studieren früher schöner, besser, leichter war. Eines aber lässt sich auch posthum nicht schönlügen - das Mensa-Essen von einst: Bei dieser auf Mehlschwitzen und Gebrauchtfetten basierenden Massenabfütterung wurden schwerstmisshandelte Lebensmittel dargereicht, die man an zerschrammten Resopaltischen hinunterwürgte, wo Flugblätter zu Servietten und Essensreste zu Aschenbechern umfunktioniert wurden.

Liebe Studenten, wenn ihr bei Entenbrust an Orangensauce oder Gemüse-Lasagne und Spargel-Nusssalat, bei Mandelcreme, Tiramisu oder Hirseflammerie in eurem lichten Hochschulrestaurant die nächste Demo gegen die unhaltbaren Zustände an den Unis plant, denkt daran: Manches ist dort erst heute richtig toll.