Dass an Weihnachten eine europäische Forschungssonde auf dem Mars landen soll, ist eine echt gute Idee. Europa und der Mars weisen nämlich manche Ähnlichkeit auf. Zum Beispiel hat auch der Mars keine gemeinsame Verfassung.

Manche vermuten, dass es auch dort einmal eine große, belebte Vergangenheit gegeben haben könnte. Heute findet auf dem Mars zwar so gut wie nichts mehr statt, was man von Europa so nicht behaupten kann, aber es gibt auf dem Roten Planeten immerhin auch keine Kriege, keine Diktatoren und keinen bösen US-Präsidenten, der angeblich das internationale Recht mit Füßen tritt. Es gibt dort nicht mal die Todesstrafe.

Das alles kommt den Idealen unseres guten alten Kant sehr nahe. Schließlich hat der Philosoph aus Königsberg in seiner Schrift Zum Ewigen Frieden selbst eingeräumt, dass man diesen Titel auch als Namen einer Kneipe neben dem Friedhof lesen könnte. Die berühmte Behauptung eines amerikanischen Publizisten, die pazifistischen Europäer passten zur Venus, die kriegstauglichen Amerikaner hingegen zum Mars, ist jedenfalls widerlegt. Na gut, auch aus Amerika sind gleich zwei Sonden dorthin unterwegs. Aber erstens werden die später ankommen als unsere, und zweitens sind US-Regierungen mit kriegerischen Marsmenschen noch nie gut zurechtgekommen, wie zuletzt der Film Mars Attacks! belegte. Trotz ihrer tollen Waffentechnologie.

Wir Europäer setzen lieber auf Sondierung und Dialog. Wenn es uns auf der Erde wegen der Allmacht des globalen Hegemons mal zu eng wird, wissen wir wenigstens schon, wo wir willkommen sind.