Niels Birbaumer: Wahrscheinlich. Zumindest einfache Gedanken werden wir wohl entschlüsseln können.

die zeit: Wie soll das gehen?

Birbaumer: Ansatzweise gelingt uns das ja schon heute. Dazu misst man die elektrischen Impulse direkt in der Gegend der Nervenzellen und lässt sie dann von einem Computerprogramm zur Mustererkennung untersuchen.

zeit: Damit können Sie aber nur solche Gedankenmuster identifizieren, die schon bekannt sind.

Birbaumer: Ja. Die Voraussetzung ist, dass das Muster dieses speziellen Gedankeninhalts schon im Computer abgespeichert wurde, sonst kann der Rechner es nicht wiedererkennen.

zeit: Bislang kann man auf diese Weise doch nur feststellen, ob und wie bestimmte Hirnareale aktiv sind. Über den Inhalt der dabei entstehenden Gedanken sagt das noch nichts aus.

Birbaumer: Nein, primitive Inhalte können wir durchaus erkennen. Dieses Prinzip wird in Zukunft natürlich noch verfeinert werden, indem wir die elektrischen Signale möglichst direkt an der Hirnrinde messen. Das scheint nicht unmöglich. Erste Experimente, die in diese Richtung gehen, wurden soeben veröffentlicht.