Bundeswehr Kleiner und kräftigerSeite 2/2
Wehrdienst: Die Wehrpflicht muss bleiben, sagt Struck – und lässt doch für den Fall planen, dass sie dereinst ausgesetzt wird. Darum sollen die Wehrpflichtigen nur noch in den Unterstützungsverbänden dienen. Militärisch ist das konsequent, weil sie im Einsatz nicht zu gebrauchen sind – und politisch schizophren, weil so der Legitimationsverfall der Wehrpflicht amtlich wird.
Dass Struck und die Generäle am Auslaufmodell Wehrpflicht zumindest öffentlich festhalten, hat aber einen guten Grund. Sie bekümmert die wachsende öffentliche Gleichgültigkeit gegenüber der Bundeswehr, der dabei immer gefährlichere Aufgaben übertragen werden. In der Tat – die größte Gefahr einer Berufsarmee wäre heute nicht die Abkapselung (der „Staat im Staate“), sondern die langsame Ausgrenzung der Soldaten als gering geschätzte Dienstleister der militärischen Gefahrenabwehr – sozusagen als Müllmänner der Sicherheitspolitik.
Das darf nicht geschehen. Aber es zu verhindern ist nicht Sache der Wehrpflichtigen, sondern der Gesellschaft und der Politik.
- Datum 08.01.2004 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 08.01.2004 Nr.3
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